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Frankfurter Weihnachtsmarkt: Weniger Licht, kalte Toiletten

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Von: Sandra Busch

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Es wird auf dem Weihnachtsmarkt ein bisschen weniger funkeln. christoph boeckheler
Es wird auf dem Weihnachtsmarkt ein bisschen weniger funkeln. christoph boeckheler © christoph boeckheler*

Auch auf dem Weihnachtsmarkt soll Energie gespart werden. Vor allem bei der Beleuchtung.

Tausende Lichter bringen den Weihnachtsmarkt zum Strahlen, es funkelt und glitzert überall – normalerweise. In Zeiten, in denen Energie gespart werden muss, wird es auf dem Weihnachtsmarkt ein wenig dunkler. Denn die Energiekrise macht auch davor nicht Halt. „Die Beleuchtung können wir reduzieren, da können wir Energie sparen“, sagt Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus und Congress.

Die meiste Energie geht auf dem Weihnachtsmarkt zwar für die Speisenzubereitung drauf, doch da gibt es kaum Einsparpotenzial. „Kalter Glühwein und kaltes Essen – das geht nicht“, sagt Ines Philipp von der Tourismus und Congress. Was aber geht: kalte Toiletten. Die sollen auf dem Weihnachtsmarkt in diesem Jahr nicht beheizt werden. Und in den Buden dürfen keine Heizöfchen aufgestellt werden.

Darüber hinaus soll eben bei der Beleuchtung gespart werden. „Natürlich muss die Verkehrssicherheit gewährleistet sein“, sagt Philipp. Dunkle Ecken solle es keine geben. Aber zum Beispiel werden die leuchtenden Ornamente, die auf dem Paulsplatz hängen, dieses Jahr nicht herausgeholt. Und die beiden Weihnachtsbäume mit Beleuchtung auf dem Paulsplatz wird es nicht geben. „Die lassen wir ganz weg“ sagt Feda.

Der große Weihnachtsbaum auf dem Römerberg ist in diesem Jahr kleiner als die meisten seiner Vorgänger. So gehen weniger Lichter an den Baum, das spart Strom. Außerdem sollen die Baumlichter weniger lange am Tag leuchten. Statt schon morgens den Baum anzuknipsen, sollen die LEDs erst bei Einbruch der Dunkelheit angeschaltet und nach Ende des Weihnachtsmarkts ausgeschaltet werden. Ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs für Beleuchtung soll so eingespart werden.

Was Feda ablehnt: verkürzte Öffnungszeiten des Marktes. „Das bringt nichts“, sagt er. Ob nun um zehn oder erst um elf Uhr geöffnet würde, mache nicht viel Unterschied, „und wir haben sowieso nur bis 21 Uhr auf“. Mit den Kolleg:innen anderer Kommunen sei er im Gespräch, fürs Energiesparen auf Weihnachtsmärkten „gibt es aber keine Blaupause“. Eines sei allerdings allen klar: Der Weihnachtsmarkt ist wichtig für eine Innenstadt, „er bringt Image und mehr Umsatzvolumen“.

Dass Weihnachtsmärkte auch in der Energiekrise möglich sein müssen – das findet auch der Deutsche Schaustellerbund. In einem Schreiben rechnet der Verbund vor, dass sich die energetische Bilanz Deutschlands ohne Weihnachtsmärkte nicht verbessern, sondern verschlechtern würde. So liege der Pro-Kopf-Verbrauch auf Weihnachtsmärkten zwischen 0,1 und 0,2 Kilowattstunden. Wer zu Hause dagegen zwei Stunden lang einen Film streamt, Licht anhat, sich einen Kaffee kocht, Pizza aufbackt und sein Handy nutzt, habe einen Energieverbrauch von 0,914 Kilowattstunden. Fazit für den Schaustellerbund: „Gäste auf Weihnachtsmärkten verbrauchen weniger Energie als Stubenhocker.“

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