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Gegessen wird immer, davon kann uns das Virus glücklicherweise nicht abhalten.
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Gegessen wird immer, davon kann uns das Virus glücklicherweise nicht abhalten.

Durchwachsener Advent

Frankfurter Weihnachtsmarkt-Bilanz: okay.

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Im zweiten Corona-Winter besuchen weniger Menschen als sonst den Weihnachtsmarkt in Frankfurt, dafür hielten sich fast alle an die Regeln.

Frankfurt - Bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und kalt-klarem Winterwetter eilen am Mittwochmittag viele Passant:innen mit Tüten und Taschen in den Händen über die Neue Kräme. An den Weihnachtsmarktbuden, die am Mittwoch nach rund vier Wochen zum letzten Mal in diesem Jahr geöffnet sind, bleiben Leute teilweise zahlreich stehen. Besonders Essens- und Getränkestände sind beliebte Haltepunkte.

Aus einer Holzhütte, aus der Kartoffelpuffer verkauft werden, dampfen Wasser und heißes Fett in die Höhe. Am späten Abend wird der Dampf verflogen sein und die Buden des Frankfurter Weihnachtsmarkts abgebaut werden. Laut einer Schätzung der Stadt sollen bis dahin, im Vergleich zu den Jahren vor der Corona-Pandemie, mit einer Million Menschen in diesem Jahr nur etwa die Hälfte den Markt besucht haben. Für einige der Standbetreibenden hat sich der Aufbau dennoch gelohnt.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt trotzt Corona: Es fehlten die Durchreisenden

Am Römerberg, neben dem großen Karussell, steht Anuschka Hamann in einer dunkel gestrichenen Holzhütte und verkauft mit zwei Kolleginnen Kerzen und Glaskugeln. Ihr Stand sei in diesem Jahr nur halb so groß und nicht, wie sonst, von mehreren Seiten begehbar, berichtet die Standleiterin. „Wir, aber auch viele Kunden, waren happy, dass wir überhaupt da sein konnten“, sagt die 43-Jährige und ergänzt: „Es ist schön, dass man das Stammklientel, das oft in jedem Jahr die selben Sachen kauft, bedienen konnte“.

Durchreisende habe es zwar weniger gegeben. „Mir fehlten die Spanier und Italiener“, sagt Hamann, die selbst Spanisch spricht und mit der Kundschaft häufig ins Gespräch komme. Dennoch habe sie mit Publikum aus den USA, Russland, China, Japan und Südamerika gesprochen. „Insgesamt war natürlich weniger los“, bilanziert Hamann. Gleichzeitig könne sie sich vorstellen, dass durch Absagen, etwa des Münchener Weihnachtsmarktes, mehr Menschen nach Frankfurt gekommen seien.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt mit Kontrollen und Maskenpflicht: „95 Prozent“ beachteten Regeln

Mit den Kontrollen der Maskenpflicht durch Sicherheitskräfte sei sie derweil sehr zufrieden gewesen. Durchsagen der Polizei über Lautsprecher hätten zu Stoßzeiten ebenfalls eine Wirkung erzielt. „Wir haben am Stand auch darauf hingewiesen“, sagt Hamann. „95 Prozent“ hätten sich allerdings ohnehin an die Regeln gehalten. Dennoch seien viele Menschen dem Markt „aus Angst“ aber fern geblieben.

„Die, die da waren sind nicht rumgeschlendert, sondern zielstrebig auf uns zugekommen.“ Diese Erfahrung hat Jenny Wöbbeking gemacht. In der Fahrtor-Gasse verkauft sie an ihrem Baumstriezel-Stand, an dem es süß duftet, das gerollte Hefeteig-Gebäck. Ihre Mutter und zwei Mitarbeitende unterstützen sie an diesem Tag.

Bilanz des Weihnachtsmarkts Frankfurt: Viele Schausteller „positiv überrascht“

Die 31-Jährige zeigt sich zum Abschluss des Marktes zufrieden. „Positiv überrascht“, sei sie gewesen. „Es waren natürlich viel weniger Leute als sonst da, aber bezogen auf die Situation war es unter’m Strich okay“, sagt Wöbbeking. Sie zähle sich mit ihren süßen Backwaren zum „Abendgeschäft“, berichtet die Schaustellerin. Beim „Mittagsgeschäft“ mit herzhaftem Speisen sei es etwas schlechter gelaufen, habe sie von Kolleg:innen erfahren.

Es fehle „schon eine Ecke“ an Einnahmen, berichtet Jeffrey Levy, der am Paulsplatz in seiner Maronenhütte steht. Währenddessen steigt heißer Wasserdunst aus einer Terrine auf, in der die gerösteten Nussfrüchte lagern. Einerseits seien „die Leute wegen der Pandemie gehemmter gewesen“, andererseits habe auch das „feuchtnasse“ Wetter dazu beigetragen, dass weniger Andrang geherrscht habe.

„Wir sind trotzdem froh, dass überhaupt was stattfinden und wir 31 Tage hier stehen konnten“, fügt Levy hinzu, dessen Familie schon seit 20 Jahren auf dem Markt dabei ist und außerdem noch einen Fisch-Imbiss betreibt. Der sei, wie üblich, besser gelaufen, berichtet der 40-Jährige. Eine Abrechnung könne er erst nach dem Abbau erstellen. Nach „20 Monaten“ komplett ohne Geschäft sei er jedoch dankbar, dass er seine Maronen anbieten konnte. Hoffnung hat er, dass im neuen Jahr „für die Schausteller alles besser“ laufen werde. (Clemens Dörrenberg)

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