Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fast geschafft: Die Fichte wird langsam zu ihrem Platz vorm Römer herabgelassen.
+
Fast geschafft: Die Fichte wird langsam zu ihrem Platz vorm Römer herabgelassen.

Weihnachten

Frankfurter Weihnachtsbaum Gretel: „Der sieht so ranzig aus, Alter“

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
    schließen

Der diesjährige Weihnachtsbaum Gretel steht vor dem Römer. Die Fichte kommt ordentlich zerzaust aus dem Spessart an. Da lässt Kritik nicht lange auf sich warten.

Frankfurt am Main - Die ersten Schritte sind meist die schwierigsten. Das gilt beim Laufen lernen und auch beim Weihnachtsbaum rangieren in Frankfurt. Als der große Laster samt Anhänger, auf dem die Fichte Gretel noch ruht, gestern auf dem Mainkai entlang fährt, beginnt die Millimeterarbeit. Der Fahrer steigt noch mal aus, lässt sich genau zeigen, wie der Transportwagen von da unten auf den Römerberg kommt. 15 Minuten später ist der erste Schritt vollbracht. Weitere 90 Minuten später steht der diesjährige Frankfurter Weihnachtsbaum an Ort und Stelle.

Bevor der Baum richtig steht, stehen schon unzählige Menschen um Gretel herum. Wie viele genau, das ist bei dem Kommen und Gehen schwer zu sagen. Mehr als 60 sind es mindestens. Kinder und Erwachsene, Frankfurter:innen und Auswärtige – so viel Publikum hatte das Aufstellen des Weihnachtsbaumes schon lang nicht mehr. Vielleicht, weil die Arbeiten diesmal am Nachmittag durchgeführt werden.

Weihnachtsbaum Gretel: „Der wird schon“

Ein älteres Ehepaar aus Sulzbach will die Aktion bis zum Schluss beobachten. Ihren Namen wollen sie nicht verraten. „Sonst steht bei uns das Telefon nicht still“, sagt die Frau. Als der Baum noch auf dem Anhänger liegt, ist es schwer einzuschätzen, ob er stehend gleich stattlich aussehen wird. „Wir warten ab“, sagt die Sulzbacherin. Ihr Mann ist überzeugt: „Der wird schon.“ Beide finden, dass ein Baum einfach dazu gehöre, sowohl auf dem Weihnachtsmarkt als auch zu Hause.

Mittlerweile hat die Feuerwehr die Transportgurte von Gretel gelöst. Nun kommen die beiden Kräne und sollen die Fichte aufrichten. Die Winde des einen Krans klemmt. Geduld ist gefragt. Plötzlich Jubel. Rote und weiße Ballons in Herzform steigen über dem Baum in den Himmel. Aber die Gretel liegt doch noch, wieso dieser Jubel? Schnell wird klar: Hinterm Fichtendickicht wurde gerade geheiratet. Herzlichen Glückwunsch. Endlich geht auch die Kranwinde wieder.

Weihnachtsbaum Gretel in Frankfurt: „Die kriegen das wieder hin“

Stück für Stück erhebt sich der Baum nun in die Höhe. Abgebrochene Zweige fallen herab. Die Gretel sieht nach dem Transport ordentlich zerzaust aus. „Der sieht so ranzig aus, Alter“, sagt ein jüngerer Zuschauer. „So sieht das Waldsterben aus“, ruft ein Mann von hinten. Er erntet einige Lacher. „Eingeschmückt ist jeder Baum schön“, hält eine Frau dagegen. Die Frau aus Sulzbach findet: „Das ist ne Krick’.“

Zuschauer Adolf Schneider aus Bad Soden ist da erfahrener. „Wie jedes Jahr sieht er erst mal krass aus. Doch die kriegen das wieder hin.“ Mit Ausbesserungen und Beleuchtung werde die Fichte wieder schön. Auch Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus- und Congressgesellschaft Frankfurt, sieht das so. „Es ist ein Baum, der mit überschaubarem Aufwand wiederhergestellt werden kann.“

Am 22. November wird der Frankfurter Weihnachtsbaum durch Oberbürgermeister Peter Feldmann „eröffnet“. Dann wird Gretel auch erstmals erleuchtet da stehen. Bereit zum Bestaunen - oder eben zum Nörgeln. (Steven Micksch)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare