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Frankfurter Taxifahrer sehen die Konkurrenz durch Free Now Ride mit Sorge. (Symbolbild)

Uber und Free Now Ride

Frankfurter Taxifahrer wehren sich gegen Fahrdienste

Mit Kontrollfahrten reagiert die Branche auf die Konkurrenz durch Uber und Free Now Ride.

Mit Sorge sehen Frankfurter Taxifahrer die Konkurrenz durch den neuen Mietwagenfahrdienst Free Now Ride. Genau wie Uber bietet Free Now Ride, seit Dienstag in Frankfurt auf dem Markt, Personenbeförderung im Mietwagen mit Fahrer an. Die Preise liegen etwa ein Drittel unter denen der Taxis.

„Es ist nicht nur Free Now, die unseren Markt übernehmen wollen, nur die sind am hinterlistigsten“, schreibt Hans-Peter Kratz, der Vorsitzende der Taxi-Vereinigung Frankfurt, im „Taxi-Journal“. Free Now (vormals MyTaxi) bietet nicht nur Mietwagen an; der Anbieter stammt direkt aus der Taxibranche. Rund 60 Prozent der 1712 Taxifahrer mit Konzession sind in Frankfurt über den Vermittler Free Now unterwegs.

Der Plan der neuen Marktteilnehmer sei es, die „lästige Konkurrenz“, also die Taxis, aus dem Weg zu schaffen und dann die Preise anzuheben, sagte Kratz. Anders als Taxiunternehmer müssten die Mietwagenfahrer keine Fahrten auf dem Land anbieten. Sie hätten auch nicht die Pflicht, Kunden für wenige Hundert Meter zu befördern, etwa falls diese ins Krankenhaus müssten. Aufgrund der neuen Konkurrenzsituation befürchtet Kratz eine Spaltung der Branche in „Free-Now-Unterstützer und Zentralennutzer“.

Zuletzt hatten die Frankfurter Taxifahrer, die teils über Zentralen, teils über Free Now Kunden vermittelt bekommen, im Mai gemeinsam gegen Uber und eine Änderung des Personenbeförderungsgesetzes demonstriert. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat angekündigt, die Rückkehrpflicht für Fahrdienste aufheben zu wollen. Dagegen wehrt sich die Taxilobby. Während Taxis derzeit an den Halteplätzen auf die Kunden warten können, müssen Mietwagenfahrer zum jeweiligen Betriebssitz zurückkehren. Ist ein Mietwagen in Groß-Gerau gemeldet und fährt Kunden in Frankfurt, müsste er nach jeder Fahrt nach Groß-Gerau zurück - außer ein Kunde bucht eine Anschlussfahrt. Ein „Team“ von Frankfurter Taxifahrern kontrolliere die Rückkehrpflicht von Uber mit „Verfolgungsfahrten“, so Kratz. Dabei würden Beweise gesammelt, die vor Gericht verwendet würden, um Verfügungen und Unterlassungen zu erwirken.

Zwei Betriebe hätten ihr Gewerbe unter dem Druck abmelden müssen. Einem Unternehmer seien auf Drängen der Taxi-Vereinigung acht Taxi- und sechs Mietwagengenehmigungen entzogen worden. Angestrengt würden die Verfahren von Taxi-Deutschland. Die Taxi-Vereinigung liefere die Beweise zu. Auch Free Now Ride werde nun beobachtet, kündigte Kratz an.

Von Florian Leclerc

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