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Sie starb, kurz nachdem die Tatort-Folge „Die Guten und die Bösen“ Anfang April 2019 abgedreht worden war: Hannelore Elsner.

Frankfurter Tatort:

Hommage an Diva und Gebäude

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Sechs Antworten zum ungewöhnlichen Frankfurt-Tatort.

Der 11. Fall von Anna Janneke und Paul Brix ist ein ungewöhnlicher. Denn die heimlichen Stars dises Hessen-Tatorts vom Sonntag waren Nebendarstellerin Hannelore Elsner und das alte Neckermann-Gebäude. Sechs Fragen und Antworten zu den Hintergründen.

Wo ist der Krimi gedreht worden?

Die Waldhütte – der Tatort an sich – steht bei Butzbach in der Wetterau. Fast alle übrigen Szenen wurden in Frankfurt auf dem ehemaligen Neckermann-Gelände an der Hanauer Landstraße gedreht. Frankfurt-Kennern fällt aber sofort auf: Bei den Szenen auf dem Dach stimmt etwas nicht mit der Perspektive auf die Skyline. Da das Neckermann-Gebäude in die Jahre gekommen ist, mussten diese Szenen aus versicherungstechnischen Gründen auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks (HR) gedreht werden.

Warum spielt der Film fast ausschließlich in nur einem Gebäude?

Die Idee dazu hatte Liane Jessen. Die Fernsehspielchefin des HR stand zum Zeitpunkt der Dreharbeiten im vergangenen April kurz vor ihrem Ruhestand und hatte sich zu ihrem Abgang eine Hommage an das Gebäude gewünscht. Mit dieser Maßgabe ging Drehbuchautor David Ungureit den Fall an.

Ist es Zufall, dass der Tatort mit Hannelore Elsner fast exakt zu ihrem ersten Todestag gezeigt wurde?

Nein. Bis zum Ende der Dreharbeiten am 3. April 2019 wusste niemand aus der Film-Crew außer Elsner, dass sie Krebs hat. Als sie während der Schnittarbeiten verstarb, kam der Gedanke auf, die eigentlich für September 2019 geplante Ausstrahlung auf den ersten Todestag der Wahl-Frankfurterin zu verschieben.

Warum trägt Elsner im Film den Namen „Bronski“? Hat sie was mit dem FR-Bronski zu tun?

Dazu Drehbuchautor Ungureit auf FR-Anfrage: „Da ich dem Mörder den Namen Matzerath gegeben hatte (es musste ein Name sein, den man sich sofort merken kann), gab ich Hannelore Elsners Figur ebenfalls einen Namen aus der „Blechtrommel“: Bronski. Oskar Matzerath glaubt im Roman, dass eigentlich Jan Bronski, der Geliebte seiner Mutter, sein Vater ist, und nicht Alfred Matzerath. Neben der Tatsache, dass ich beide Namen mochte und man sich beide sofort merken kann, gefiel mir das Spiel mit den Figuren aus der Blechtrommel.“

War Hannelore Elsner wirklich mal Tatort-Kommissarin?

Nein. Sie spielte aber von 1994 bis 2006 „Die Kommissarin“ Lea Sommer. Die Sendung lief ebenfalls in der ARD. Elsner, die Anfang der 90er Jahre ihrem damaligen Mann Uwe Carstensen nach Frankfurt gefolgt war, ist es übrigens zu verdanken, dass die beliebte Serie überwiegend am Main und nicht in Berlin gedreht wurde.

Warum ist das Polizeipräsidium im Film eine so große Baustelle - plant der HR einen Umzug des Film-Präsidiums?

Das alte Neckermann-Areal ist seit dem ersten Fall des Ermittlerduos Janneke/Brix im Jahr 2013 das Film-Präsidium. Zuvor war es das alte Woolworth-Gebäude in der Lyoner Straße in Niederrad. Die inszenierte Baustelle spielt im Film quasi eine metaphysische Rolle und soll das zusammenbrechende Wertesystem des Ermittlerduos symbolisieren. Der HR will das Baudenkmal von Egon Eiermann aber weiterhin als Film-Präsidium nutzen.

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