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Auszeichnung für das Struwwelpeter-Museum: Da fällt vor Freude einer fast vom Stuhl. Renate Hoyer
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Auszeichnung für das Struwwelpeter-Museum: Da fällt vor Freude einer fast vom Stuhl. Renate Hoyer

Kulturlandschaft

Frankfurter Struwwelpeter Museum erhält Auszeichnung

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Das Haus, das sich einem der berühmtesten Kinderbücher der Welt und dessen Macher Heinrich Hoffmann widmet, ist zum „Museum des Monats“ gekürt worden.

Auf den Tag genau vor zwei Jahren drängten die Menschen hier ´rein, wir hatten einen super Start in der Neuen Altstadt“, erinnert sich Beate Zekorn-von Bebenburg, Leiterin des Struwwelpeter Museums. Im September 2019 hatte das Museum, das vorher im Westend ansässig war, seine Neueröffnung gefeiert. Mit dem Umzug in die zwei Gebäude am Hühnermarkt vergrößerte sich das Haus – und Zekorn-von Bebenburg hoffte auf mehr Besuch durch die neue prominente Lage. Doch kurze Zeit später kam die Corona-Pandemie, die das Museum „sehr getroffen“ habe.

Am Freitagmittag, zwei Jahre nach dem Umzug, gibt es wieder einen Grund zur Freude: Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn ist gekommen, um Zekorn-von Bebenburg und ihrem Team die Auszeichnung „Museum des Monats“ zu überreichen. Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird seit 2018 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst verliehen und soll die Aufmerksamkeit auf die Arbeit der kleineren Institutionen in der hessischen Museumslandschaft lenken.

Daumenlutscher, Suppenkaspar, Hans-Guck-in-die-Luft: Die Figuren aus dem Struwwelpeter-Buch von Heinrich Hoffmann kennt auch heute jedes Kind. Der Struwwelpeter ist in über 40 Sprachen und mehr als 80 deutsche Dialekte übersetzt worden. Das Museum präsentiert Porträts, Briefe, Skizzen und Erstausgaben, mit denen Hoffmans Wirken lebendig wird. Seltene Buchexponate, Parodien, Kitsch und Kunst erzählen von der weltweiten Verbreitung des Bilderbuchs. Die Ausstellung, die auch multimediale und interaktive Elemente umfasst, soll Jung und Alt gleichermaßen ansprechen.

Doch das Museum zeigt nicht nur die berühmten Geschichten, sondern auch den Macher dahinter und dessen facettenreiches Wirken: Denn der Frankfurter Arzt und Psychiater Heinrich Hoffmann setzte sich im 19. Jahrhundert für die Reform der Psychiatrie ein und wollte psychisch kranken Menschen ein würdiges Leben ermöglichen. In Rekordzeit verwirklichte er eine Modellklinik für seelisch kranke Menschen vor den Toren Frankfurts auf dem „Affensteiner Feld“, wo heute das I.G. Farben-Haus steht.

„Dem Museum gelingt eine wundervolle ganzheitliche Darstellung eines Menschen, der seiner Zeit voraus war“, bescheinigt Angela Dorn nach einem Rundgang durch das Museum. „Hoffmann war eine revolutionäre pädagogische Person in der Biedermeierzeit. Dass die Figur des Struwwelpeters so viel zu denken gibt, zeigt, dass er es geschafft hat uns aufzurütteln.“

Den inklusiven Gedanken Hoffmanns setzt das Museum fort, indem es Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen einen Arbeitsplatz bietet. „Hier wird der Inklusionsgedanke gelehrt, ohne dass man ihn nach außen trägt“, sagt Dorn. „Ich hoffe, dass sich daran viele weitere Unternehmen orientieren.“

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