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Nicht sehr beliebt: Horst im Naturschutzgebiet Harheim.
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Nicht sehr beliebt: Horst im Naturschutzgebiet Harheim.

Stadtnatur

Frankfurter Storchenkämpfe

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Alle wollen nur das Eine: ins Nest am Niddaufer und Eier legen. Die Harheimer Premium-Wohnlage ist bei den Rotschnäbeln in diesem Jahr außerordentlich begehrt.

Es tut sich etwas im Frankfurter Tierleben, speziell bei den Störchen. Die haben sich bekanntlich gegen ein Nilganspaar durchgesetzt, das kurzzeitig den Stammsitz der Störche am Harheimer Nidda-Ufer besetzt hatte. Aber die Rotschnäbel konnten sich nicht lang auf ihrem Erfolg ausruhen. Vorige Woche veröffentlichte die Harheimer Storchenbotschafterin Yukiko Kaneko dramatische Bilder auf Twitter: Da war im kurzen Video zu sehen, wie zwei andere Störche das Nest ansteuerten. Unter allgemeinem Geklapper wehrten die aktuellen Bewohner den Angriff ab. „Alarm, Alarm! Ein fremdes Storchenpaar wollte den Horst angreifen“, schrieb Kaneko dazu.

Auf ihren Fotos entdeckte sie, dass einer der Angreifer einen Ring am Fuß trägt. Möglich, dass es sich um Störche handelt, die in einem früheren Jahr in Harheim brüteten. So gesehen würde sich die Frage stellen, wer hier eigentlich wem die Wohnung weggeschnappt hat. Aber nur für uns Menschen. Bei Storchs ist das etwas anderes. Die kennen keine Mietverträge und meiden ganz besonders Immobilienhaie. „Auf jeden Fall kann man sagen: Harheim ist auch für Störche begehrt“, resümiert Yukiko Kaneko.

Das erwies sich kurz darauf als völlig zutreffend – da griffen gleich fünf fremde Störche das Nest erneut an, und zwar wieder andere Vögel als zuvor, wie sich anhand der Beringung zeigte. Vorübergehend war der Horst nun von Angreifern annektiert. Wie das Ganze ausgeht, ist in diesem Jahr spannender denn je. Ob die unklare Lage allerdings der Familienplanung dienlich ist? Eher nicht.

Mindestens eines der unterlegenen Paare zog offenbar das zweite Harheimer Storchennest als Wohnort ins Kalkül. Dort, im Naturschutzgebiet an der Riedhalsstraße, waren schon gelegentlich Brutversuche zu beobachten, aber bisher blieben die Vögel nie dauerhaft dort.

Erstaunlich, denn die Lage ist sicher nicht schlechter als rund um das Nest am Nidda-Ufer, wo täglich Hunde von ihren Besitzern frei herumlaufen gelassen werden. Appelle an die Vernunft nützen offenbar nichts. Die Hunde setzen die Störche unter Stress – außerdem die bodenbrütenden Vogelarten und die Hasen.

Ein ursprünglich hoch favorisiertes Storchennest auf der Wiese am Alten Flugplatz Kalbach/Bonames blieb bisher völlig unbeachtet. Bei so viel Angebot an Nestern im Norden stellt sich tatsächlich die Frage: Warum wollen alle immer nur das eine?

Zu vernehmen sind übrigens zarte Signale, dass es bald ein weiteres, sehr komfortables Storchennest geben könnte: in Nieder-Erlenbach. Noch müssen wir darüber den Schnabel halten, aber es folgt gewiss bald mehr.

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