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Frankfurter Störche als Kleingärtner

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Von: Thomas Stillbauer

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Sind sie nicht entzückend? Die kleinen Störche. Links, grün vor grün nicht sehr gut zu erkennen: die Hecke.
Sind sie nicht entzückend? Die kleinen Störche. Links, grün vor grün nicht sehr gut zu erkennen: die Hecke. © Renate Hoyer

Die Harheimer Rotschnäbel, einziges Brutpaar der Stadt, haben wieder Nachwuchs – und erstmals eine Hecke im Nest.

Als Storch hast du auch nicht gerade ein Luxusleben. Entweder zweimal im Jahr diese irrsinnig lange Reise in den Süden und zurück. Oder du bleibst hier und bist jeder verrückten Laune des Wetters ausgesetzt.

In Frankfurt spielt das aber keine große Rolle. Hier hast du eh dauernd Ärger mit der Meteorologie, selbst wenn du den Winter aussparst. Das Harheimer Brutpaar, im Februar heimgekehrt, hat allein in den vergangenen Tagen alles erlebt: Sturm, Hitze, heftigen Regen. Und trotzdem zuverlässig wie in den Vorjahren Nachwuchs produziert. Ebenfalls wie in den Vorjahren hat die Harheimer Storchenbeobachterin Yukiko Kaneko alles auf Twitter dokumentiert. Die Ankunft von Storch Nummer 1 am 15. Februar, Nummer 2 am 19. – und noch am gleichen Tag die erste Paarung: „Heiße Liebe“. Danach Nestausbau bei bitterer Kälte, und Ende April schlüpften die Küken. Mindestens drei müssen es sein, das legen die Bilder nahe, vielleicht sogar vier.

Teddy mit Schnabel

Seither hauen sich die Kleinen derart die Bäuche voll mit allem, was Mama und Papa liefern, dass sie rasant größer werden. Entzückend: Das größte unter den Küken macht schon die ersten Flügelschlagbewegungen, dabei sieht es aus wie ein kleiner Teddybär mit Schnabel und purzelt vornüber. Mama oder Papa steht dabei und sieht aus wie ein Schmunzelstorch.

Beim traditionellen Nestbesuch der Frankfurter Rundschau bei Frankfurts nach wie vor einzigem Storchenbrutpaar sitzt ein Erziehungsberechtigter mit offenem Schnabel da. Es ist gerade mal wieder brütend heiß. Kurz vorher hat es geschüttet. Die Kleinen lassen sich nur von einer Seite sehen – aber was ist denn das da auf der anderen Seite? Da wächst doch Gras! Das ist ja praktisch eine Hecke. So etwas gab es noch nie in all den Jahren seit 2015, als im Feld bei Harheim das Eigenheim als Gemeinschaftswerk von Nabu, Mainova und Stadt entstand. Da haben die Störche sich diesmal offenbar eine Gartenhecke angelegt. Ausgesprochen praktisch. So etwas spendet Schatten und schützt vor allzu großer Hitze.

Angenehm auch, dass die Stadt mit der Sanierung des Schotterwegs unten vor dem Nest tatsächlich bis nach der Brutzeit wartet. Das erleichtert die Kindererziehung, wenn das eigene Geklapper nicht von Baumaschinen übertönt wird. Man müsste es nur noch den Leuten sagen, die auf der anderen Seite der Nidda lärmen. Ist es wieder der S-Bahnausbau? Die jungen Störche werden es sich bald aus der Luft anschauen können.

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