Frankfurt

Frankfurter Stiftung stellt Nachhilfeangebote ein

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Die Stiftung Waisenhaus muss wegen des Bildungs- und Teilhabepakets ihre Angebots für Kinder anpassen. Eine Umstellung für Eltern aber auch die Mitarbeiter der Stiftung.

Durch die Anpassungen am Bildungs- und Teilhabegesetz, die Anfang August in Kraft traten, hat sich auch der Rahmen für Institutionen und soziale Einrichtungen geändert. Ein Beispiel dafür ist die Stiftung Waisenhaus, die seitdem einige ihrer Angebote, die es auch als staatliche Leistung gibt, nicht mehr substituierend anbieten darf.

„Durch die geänderten Rahmenbedingungen müssen wir ein paar notwendige Änderungen vornehmen“, sagt Michael Müller, Direktor der Stiftung Waisenhaus. So sind durch das Bildungs- und Teilhabepaket die Pauschalen für Schulmaterialien gestiegen. Bisher hatte die Stiftung beispielsweise bei Anschaffungen geholfen, die die Pauschale überstiegen. Wenn die höhere Pauschale nun aber ausreiche, werde die Stiftung nicht mehr einspringen.

Auch Nachhilfeleistungen, ohne dass eine Versetzungsgefährdung vorliege, werden nun von den Teilhabeleistungen abgedeckt. Dies habe auch Auswirkungen auf die Angebote externer Anbieter, die die Stiftung finanziert. Diese werden nun eingestellt.

Kooperationen geplant

Ein Leser der FR hatte auf Kürzungen von Unterstützungsleistungen bei der Stiftung hingewiesen. Dazu erklärt Michael Müller: „Es stimmt, dass wir unser Budget für die ambulante Förderung um zwölf Prozent gekürzt haben. Dies liegt daran, dass wir seit 2015 aber auch die Mittel dafür verdoppelt haben.“ Diese Erhöhung sei zu schnell und unverhältnismäßig erfolgt. Man wolle im Bereich der ambulanten Förderung nun genau hinsehen und das Konzept überdenken.

Rund 1000 Kinder in 580 Familien profitieren in Frankfurt von den ambulanten Angeboten der Stiftung. Die sogenannten Schützlinge erhalten eine monatliche Zuwendung von 50 Euro. „Wir arbeiten nun daran, neben den quantitativen Zielen die qualitativen Aspekte unserer Arbeit zu stärken“, sagt Müller. Vorstellbar seien Kooperationen etwa mit der Polytechnischen Gesellschaft, um die Kinder, aber auch ihr jeweiliges Elternteil politisch zu bilden. Darüber hinaus seien auch Sprachangebote vorstellbar. „Wir wollen in der sozialen Arbeit neben den monetären Zuwendungen, eine stärkere Bindung der Schützlinge, bis in den Stadtteil, aufbauen.“

Ein wichtiges Augenmerk liege seit dem Bildungs- und Teilhabepaket darauf, den Familien bei der Antragstellung zu helfen. Man prüfe den Förderungsanspruch, unterstütze beim Ausfüllen der Anträge, finde Fehler und berate, welche Leistungen möglich seien.

Die Stiftung

Die StiftungWaisenhaus wurde 1679 in Frankfurt gegründet. Der Hauptsitz ist heute in der Bleichstraße 10.
Die Waisenhilfewar in früheren Jahren das Kernaufgabengebiet. Mittlerweile hilft die Stiftung Waisenhaus vorrangig Kindern von Alleinerziehenden.
Neben der ambulanten Förderungbietet die Stiftung Waisenhaus auch eine Therapeutische Fachstelle für Kinder und Jugendliche, ein Kinder- und Jugendheim und eine therapeutische Wohngemeinschaft in Buchenrode sowie eine Wohn- und Tagesgruppe in der Paul-Ehrlich-Straße und das Mutter-Kind-Haus am Riedberg.
Die Stiftungist komplett eigenfinanziert. Das Vermögen wird unter anderem durch Erbbauzinsen und Mieteinnahmen von etwa 600 Wohnungen vermehrt – davon sind etwa 300 Sozialwohnungen. (mic)

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