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Frankfurter Städel: Skulpturen ganz neu präsentiert

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Von: Judith Köneke

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Auf 5200 Quadratmetern wurde das Garten-Grundstück des Museums umgestaltet. Rolf Oeser (2)
Auf 5200 Quadratmetern wurde das Garten-Grundstück des Museums umgestaltet. Rolf Oeser (2) © ROLF OESER

Das Museum hat seinen Garten umgestaltet und baut eine Dachterrasse

Eine Überraschung hat sich Philipp Demandt für den Schluss des Rundgangs aufgehoben. Künftig könnten die Besucher:innen des Städels auf einer Dachterrasse frische Luft schnuppern, verrät der Museumsdirektor.

Ende August wird ein Kran aufgestellt und die Arbeiten beginnen. Schon jetzt können die Pressevertreter:innen hinaufklettern und sich überzeugen, ob der Blick „atemberaubend“ ist, wie Demandt schwärmt. Schön ist er tatsächlich, samt Skyline und dem Main davor. Von einer Terrasse habe er schon lange geträumt, sagt der Direktor. Im Sommer 2023 soll sie fertig sein und für alle mit Eintrittskarte erreichbar. Sie soll eine andere Perspektive während des Besuchs bieten und Anreize schaffen, ins Museum zu gehen.

Dazu soll auch der neu gestaltete Garten des Städels beitragen. Wenn man nach Bildern des Museums google, sehe man immer nur die Rückseite, den begrünten Hügel mit den Bullaugen, sagt Demandt. Das hohe Niveau wolle man auch vorne, mit dem Gesicht zu Stadt, erreichen. Und den Museumsbesuch von Anfang an denken. „Denn der Garten ist der erste Ausstellungs- und Sammlungsraum.“

Auf 5200 Quadratmetern werden 14 Skulpturen aus dem eigenen Bestand gezeigt. Bislang hätten die Skulpturen eher abgestellt als aufgestellt gewirkt, so Demandt. Er sei schon gefragt worden, ob die Werke neu seien, dabei wurden sie nur restauriert und stehen anders. Die jüngste Erwerbung des Künstlerduos Elmgreen & Dragset ist erstmals zu sehen. Die neue Präsentation der Skulpturen haben die Landschaftsarchitekten Levin Monsigny, die durch ihr Großprojekt Museumsinsel Berlin bekannt sind, entworfen. „Ich dachte mir, es kann nur besser werden“, sagt Nicolai Levin, einer der Inhaber, „darum war es eine leichte Aufgabe“.

Mit der Auswahl an Kunstwerken will das Städel die Entwicklung der Bildhauerei in den letzten 100 Jahren verdeutlichen. Sie stehen nun auf eigenen Sandsteinsockeln in bepflanzten Feldern, mit Efeu und Weißblühern als Basis, so Levin. Noch wirken sie ein wenig kahl, aber zukünftig werde es blühen und sprießen, versichert Levin. Die Pflanzen werden den Ort verändern und über das Jahr immer anders aussehen: Narzissen sollen im Frühling die geometrischen Flächen auflösen, Zierlauch in die Höhe wachsen und Schmetterlingsflieder im Herbst eine weiße Blütenpracht zeigen. Den Rasen, der noch saftig grün ist, darf man übrigens betreten.

Neues Mobiliar, schwarze Stühle und Bänke, sind auf dem ganzen Gelände verteilt. An der rechten Seite gibt es auch Tische. Der von der Ehefrau des früheren und nun verstorbenen Direktors Klaus Gallwitz angelegte Kräutergarten wurde nicht wieder angelegt. Er hatte sein Ok gegeben und sich über die neuen Ideen gefreut. Demandt hatte eigens mit ihm telefoniert. Zwei Zisternen zur Regenwassergewinnung sorgen für die Bewässerung des Gartens. LED-Leuchten sollen Energie sparen.

Die unterschiedlichen Bodenbeläge wurden durch eine einheitliche Bepflasterung mit Basaltstein aus der Eifel ersetzt. Als kleinen Kniff habe man das Bodenniveau angehoben. Vor dem Haupteingang wurde ein großer Vorplatz als zentraler Besuchertreffpunkt angelegt. Zudem wurde ein Aufzug eingerichtet, eine sehr teure, aber nach Demandt notwendige Investition – für 600 000 Euro.

Die Neugestaltung des Gartens, die rund drei Millionen Euro kostet, ist Teil einer größeren Um- und Neubauaktion des Museums über mehrere Jahre. Dazu gehören die Restaurierung der historischen Mainuferfassade, die Sanierung der graphischen Sammlung und die Umgestaltung des Bereichs Alte Meister. Die Umbauten wurden durch private Spenden finanziert.

14 Kunstwerke gibt es draußen zu sehen. Foto Rolf Oeser
14 Kunstwerke gibt es draußen zu sehen. Foto Rolf Oeser © ROLF OESER

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