Sperrmülldeponien

Frankfurter Stadtpolizei legt ihren Fokus auf Müll

  • Georg Leppert
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Eine Task Force soll gegen illegale Abfallablagerungen vorgehen. Im Einsatz ist sie an sieben Tagen pro Woche.

Die Stadtpolizei verstärkt ihren Kampf gegen Müllsünder. Wie das Ordnungsamt mitteilte, hat eine Taskforce Umwelt die Arbeit aufgenommen. Die Gruppe, die aus uniformierten und zivil gekleideten Stadtpolizistinnen und -polizisten besteht, ist sieben Tage im Einsatz, um Verstöße gegen das Abfallrecht zu ahnden.

„Müll ist gegenwärtig eines der Hauptprobleme in Frankfurt“, heißt es in einer Presseerklärung des Ordnungsamts. Mit Beginn des Lockdowns, der Gaststätten besonders hart traf, hatte die Vermüllung von Grünflächen und Plätzen stark zugenommen. Viele Menschen trafen sich im Freien, statt wie üblich ins Lokal zu gehen. Zurück blieben Flaschen und Pizzakartons. Auch als die Kneipen wieder öffnen durften, änderte sich das Bild nicht wirklich. Gleichzeitig stellte das Ordnungsamt immer mehr wilde Müllkippen in den Stadtteilen fest. Vor allem Sperrmüll landete in vielen Fällen auf der Straße.

Die neue Taskforce soll gegen diese Entwicklung vorgehen. Wie nötig der Einsatz ist, zeigte sich laut Ordnungsamt unlängst bei Kontrollen im Gallus. Rund um die Idsteiner Straße fanden die Bediensteten der Stadtpolizei ein halbes Dutzend Sperrmüllablagerungen, „teils mehrere Kubikmeter groß“. Haufen mit Kleinabfällen entdeckten die Kontrolleure alle 100 Meter.

Aufgabe der Taskforce, die täglich von 7 bis 22 Uhr im Einsatz sein soll, ist zum einen, die Urheber der illegalen Müllablagerung zu finden. Dafür durchsuchen die Bediensteten der Stadtpolizei den Abfall auf Hinweise. Werden sie fündig, leiten sie ein Verfahren ein. Gleichzeitig leiten sie den Abtransport des Mülls in die Wege. Diese Aufgabe übernimmt schließlich die FES. Hat die Stadtpolizei eine wilde Müllkippe entdeckt und die Beseitigung beauftragt, markiert die Streife den Müll mit einem grünen Aufkleber. Anwohnerinnen und Anwohner wissen dann, dass sie die Müllkippe nicht erneut melden müssen.

Die Stadtpolizei hatte bereits vor Monaten einen Verantwortlichen für Sauberkeit in der Stadt installiert. „Als Frankfurter beschämt es mich zu sehen, wie die schönen Straßen, Wege, Plätze und Grünanlagen in unserer Stadt verschmutzt werden“, sagte Ordnungsdezernent Markus Frank (CDU).

Das Thema Sauberkeit war zuletzt zum Politikum geworden. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte es zur Chefsache gemacht und die Stadtpolizei zu mehr Kontrollen aufgefordert. Dieses forsche Vorgehen stieß im Ordnungsamt auf Kritik.

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