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Mirrianne Mahn sitzt seit April in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung.
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Mirrianne Mahn sitzt seit April in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung.

Kommunalpolitik

Frankfurter Stadtparlament: Klartext von Mirrianne Mahn

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Die Stadtverordnete hat sich schnell einen Namen gemacht – im Römer und bei den Grünen.

Dieser Tage ist Mirrianne Mahn im Plenarsaal deutlich geworden. In der Debatte ging es um Unregelmäßigkeiten bei einer Firma, die für Reinigungsarbeiten in Frankfurter Schulen zuständig ist. Wieder und wieder fiel in der Diskussion das Wort „Schwarzarbeit“. Und so begann die Stadtverordnete der Grünen ihren Beitrag mit dem Hinweis darauf, dass diese Formulierung unangebracht und diskriminierend sei. „Es gibt dafür einen Fachbegriff, er heißt: illegale Beschäftigung“, sagte Mahn.

Seit April sitzt die 32-Jährige für die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung. „Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt richtig angekommen bin“, sagt sie nach knapp drei Monaten in dem Gremium. Anfangs war sie „die Neue“, was für alle sechs Stadtverordneten gilt, die nach der Kommunalwahl im März ins Parlament eingezogen sind und von der FR in dieser Serie begleitet werden. Mittlerweile aber ist sie durchaus bekannt. Ein Beitrag im Hessen-Fernsehen zum Thema „Schwarz und deutsch“ mag dazu beigetragen haben. Vor allem aber tritt Mahn selbstbewusst auf – wenn sie etwa über illegale Beschäftigung spricht oder sich wie selbstverständlich zur Schriftführerin im Römer wählen lässt.

Die Serie

49 der 93 Frankfurter Stadtverordneten sind neu im Parlament. Was trieb sie in die Politik, was wollen sie dort erreichen? Die Frankfurter Rundschau hat sechs der Neulinge bereits kurz vorgestellt und wird in den kommenden Monaten regelmäßig über sie berichten.

Vorgestellt wird die Arbeit der Stadtverordneten Simon Witsch (SPD), Daniela Mehler-Würzbach (Linke), Martin Huber(Volt), Sara Steinhardt (CDU), Mirrianne Mahn (Grüne) und Nathaniel Ritter (FDP). sky

Mirrianne Mahn zählt zu den wenigen (Kommunal-)Politikerinnen, die sich auch bei heiklen Fragen der Presse nicht in Phrasen flüchten. Ganz offen sagt sie, dass sie die Linke und nicht die FDP als Koalitionspartner für Grüne, SPD und Volt ausgewählt hätte. Gleichzeitig erkennt sie aber auch an, dass der Kontakt zu den Freidemokraten während der Koalitionsverhandlungen gut gewesen sei. Mahn saß in der Gruppe, die das Kapitel über Kulturpolitik verfasste. Doch kaum hatte sie sich – zumindest ein bisschen – mit der neuen Koalition angefreundet, stimmte die FDP-Basis gegen den Vertrag und forderte Nachverhandlungen.

Mahn ließ das ratlos zurück. Als es darum ging, ob die Basis der Grünen den Zusatz zum Koalitionsvertrag zustimmen oder ihn nur zur Kenntnis nehmen soll, votierte sie für die zweite Alternative. Hätten sich Mahn und ihre Mitstreiter:innen durchgesetzt, wäre die Koalition wohl endgültig gescheitert gewesen. Doch am Ende blieben solche Überlegungen im Konjunktiv. Die Grünen stimmten dem Zusatz zu, die Koalition kam zustande.

Wenn nach den Sommerferien erstmals auch die Fachausschüsse der Stadtverordneten tagen, geht für die Politikerin die Arbeit richtig los. Sie will in zwei Gremien sitzen: im Kulturausschuss und im Diversitätsausschuss, der die Fragen behandeln wird, die bisher unter dem Titel Integrationspolitik besprochen wurden.

Erst einmal aber ist Pause. Mahn freut sich auf diese Zeit, sie braucht sie auch. Um abzuschalten von der Politik. Und im September wieder selbstbewusst für die Grünen zu sprechen.

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