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Stadtelternbeirätin Julia Frank.
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Stadtelternbeirätin Julia Frank.

Julia Frank

Frankfurter Stadtelternbeirätin: „Ich kann mich auch als befangen melden“

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Frankfurts Stadtelternbeirätin Julia Frank sitzt nun auch als Grüne im Stadtparlament. Einen Interessenkonflikt sieht sie bei ihrem Doppelengagement eher selten.

Julia Frank ist Vorsitzende des Stadtelternbeirats und nun für die Grünen in die Stadtverordnetenversammlung eingezogen.

Frau Frank, befürchten Sie einen Interessenkonflikt?

Nein. Ich freue mich auf die Aufgabe als Stadtverordnete und habe mich im Vorfeld erkundigt zur Frage, ob es rechtliche Bedenken geben könnte. Der Amtsjurist vom Staatlichen Schulamt und der Amtsleiter der Stadtverordnetenversammlung sehen aber beide kein Problem mit meinem Doppelengagement. Ich bin auch seit drei Jahren im Vorstand des Stadtelternbeirats und gleichzeitig Grünen-Mitglied, dies war den Eltern bekannt. Ich habe nie mein politisches Engagement einseitig in den Stadtelternbeirat einfließen lassen, genauso wenig wie andere Mitglieder des Stadtelternbeirats, die aktiv in verschiedenen Parteien sind. Wir machen da keine Parteipolitik, wir engagieren uns in der Sache und für alle Kinder.

Aber Sie vertreten auf der einen Seite nun die Interessen der Eltern gegenüber der Politik, auf der anderen Seite werden Sie Teil der Stadtregierung sein. Ist es kein Konflikt, wenn Sie dann etwa gegen Luftfilter in Klassenräumen stimmen würden, Eltern das aber forderten?

Man kann sich bei Abstimmungen auch als befangen melden. Geht es etwa um eine Bezuschussung des Stadtelternbeirats, dann würde ich das tun und den Raum verlassen.

Zur Person

Julia Frank, geboren 1975, ist Mutter von zwei Kindern. Sie lebt in Nieder-Eschbach und leitet das Booking bei einer Konzertagentur. Seit 2018 ist sie im Stadtelternbeirat im Vorstand aktiv, seit Februar 2020 ist sie die Vorsitzende.

Wollen Sie bei allen Bildungsthemen dann befangen sein?

Nein. Dann müssten das ja auch all die Stadtverordneten machen, die Schulleiter:innen, Schulelternbeirät:innen und Lehrkräfte sind. Sie stimmen über die Raumluftfilter in ihren eigenen Schulen ab. Sie profitieren unter Umständen direkt von irgendwelchen Abstimmungen, wenn etwa über Zuschüsse für Schulen abgestimmt wird. Ich profitiere bei nichts davon. Auch andere Stadtverordnete können verschiedene Engagements, berufliches und parteipolitisches voneinander trennen. Ich bin mir sicher, dass die Berufsschulen bei der Ausstattung mit WLAN vorgezogen wurden, weil es nötig war, nicht weil Berufsschullehrer:innen im Bildungsausschuss sitzen.

Als Stadtelternbeirätin wollen Sie also weiterhin die Stadtregierung kritisieren, selbst wenn Sie Teil davon sind?

Wenn sie nicht im Sinne der Kinder und Schulen handelt, dann natürlich. Ich persönlich bin ja auch gar nicht der Stadtelternbeirat. Wir sind ein Gremium, ein Team. Ich entscheide nichts alleine und könnte somit auch gar nicht Parteipolitik machen. Und man muss auch mal sagen: Es gibt ohnehin wenig Menschen im Ehrenamt, wenige, die sich stark engagieren. Es sind immer dieselben, die sich als Klassenelternbeiräte melden – und das dünnt sich immer mehr aus, je größer die Verantwortung wird. Viele derzeit aktive Kreis-, Stadt- und Landeselternbeiräte sind zusätzlich ebenfalls parteipolitisch engagiert. Aber eine Freundin aus einer anderen Partei ist inzwischen so verunsichert, dass sie gezögert hat, sich als Klassenelternbeirätin aufzustellen, damit ihr nicht Missbrauch für politische Zwecke unterstellt wird. Das kann es doch auch nicht sein, oder?

Werden Sie denn Mitglied des Bildungsausschusses?

Nein. Ich werde mich im Kultur- und Freizeitausschuss und im Ausschuss für Planen, Bauen und Wohnen einbringen. Ich wohne in Nieder-Eschbach, und wir Grünen wollten für unsere Dörfer im Nordwesten das erste Mal Vertreter im Stadtparlament haben. Denn es wird dort oben in den nächsten Jahren viel gebaut werden, wir wollten in den entsprechenden Ausschüssen vertreten sein.

Interview: Sandra Busch

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