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Mike Josef, Willy Praml und Stefan Körzell (von links).

Politischer Aschermittwoch

Frankfurter SPD hat für CSU nur Spott übrig

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Bei der SPD wirbt DGB-Mann Stefan Körzell für ein soziales Europa.

Es ist sehr spät geworden in der Naxos-Halle, als Stefan Körzell die Theaterbühne betritt. Der frühere DGB-Landesvorsitzende, heute im Bundesvorstand, wirbt eindringlich dafür, dass bei der Europawahl am 26. Mai „die Rechten nicht die Mehrheit haben“. Es brauche ein soziales Europa, gestaltet von linken Kräften. Applaus beim politischen Aschermittwoch der Frankfurter Sozialdemokraten.

Körzell wettert gegen ein „neues Zeitalter der Abschottung und der gegenseitigen Bedrohung“ in Europa. Er macht sich lustig über die CSU, die dafür gekämpft hatte, dass an der deutschen Grenze all die Menschen zurückgewiesen werden, die in einem anderen europäischen Land bereits einen Asylantrag gestellt hatten. Von August 2018 bis heute waren das elf Personen: „Das ist lächerlich, was die CSU da aufgeführt hat.“ Diese elf Personen „hätten uns nicht in den Ruin getrieben“, so der Gewerkschafter unter Gelächter.

Er fordert, das Kontrollpersonal an den bayerischen Grenzen lieber dafür einzusetzen, Steuersünder zu jagen.

Die Frankfurter Sozialdemokraten geben sich selbstbewusst an diesem Abend. Die Bundes-Partei orientiere sich jetzt endlich am sozialen Kurs der Frankfurter Genossen, sagt der Unterbezirksvorsitzende Mike Josef. Er zitiert einen Bericht der Frankfurter Rundschau über den Streit bei den Grünen über ein fehlendes Zweckentfremdungsverbot in Frankfurt. „Es ist eine politische Schizophrenie erster Güte, die die Landesregierung da zeigt.“ Großer Applaus.

Josef schimpft auf die „Broschüren-Parteien“, die viel versprächen, aber nicht handelten. Die SPD dagegen habe vieles umgesetzt zugunsten der Menschen in Frankfurt: Den Mietenstopp bei der städtischen Wohnungs-Holding, den Anteil von 40 Prozent öffentlich gefördertem Wohnungsbau bei neuen Projekten, kostenlose Kitas, freien Eintritt für Kinder und Jugendliche in Museen. Die jährliche Entlastung für eine Familie mit zwei Kindern betrage dadurch zwischen 4000 und 6000 Euro.

Josef macht deutlich, dass die Stadt bei der Zukunft der Städtischen Bühnen „Herr des Verfahrens“ bleiben müsse. Die Stadt stehe „für gute Architektur und guten Städtebau.“

Das Ensemble des Theaters Willy Praml hatte zuvor Szenen aus der aktuellen Produktion „Das arabische Rössl“ gezeigt. Der Schauspieler Michael Weber alias „Mohammed Ali Weber“ gab die Parole aus: „Nieder mit Helau, alles Halal!“

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