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Frankfurter Solar-Hilfsprojekt für Kuba

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Von: Thomas Stillbauer

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Aufbau der Anlage auf dem Dach des Centro de Inmunología Molecular in Havanna.
Aufbau der Anlage auf dem Dach des Centro de Inmunología Molecular in Havanna. © Interred

Die Insel leidet unter der Energiekrise – eine Frankfurter Initiative hilft und braucht Spenden. Stromabschaltungen im ganzen Land machen den Menschen zu schaffen.

Die Zeiten sind hart – besonders für die, die wenig haben. Die Energiekrise trifft die Armen am härtesten. Frankfurterinnen und Frankfurter helfen daher, ein Solarprojekt zu verwirklichen: in Kuba. Dafür werden noch Spenden benötigt.

Die Geschichte beginnt im Sommer 2021 im Club Voltaire, Veranstaltungsort und linker Szenetreff in der Frankfurter Innenstadt. Auch der Verein Netzwerk Interred tagt dort, und anschließend sitzt man noch in der Gaststätte zusammen und kommt mit anderen Gästen ins Gespräch. „Da kam dann der Gedanke auf, mal nicht nur einem Bauernhof mit dem Fernseher oder dem Kühlschrank zu helfen“, sagt Lothar Reininger, einer der Initiator:innen. Es sollte etwas Größeres werden. Ein Solarkraftwerk.

Und das hat wenige Monate später den Betrieb aufgenommen. Ende April 2022 ging die Photovoltaikanlage, gestärkt durch zahlreiche Spenden, ans Netz und produzierte in den ersten fünf Monaten mehr als 71 000 Kilowattstunden Strom. Energie, die dringend benötigt wird, denn die Bevölkerung in Kuba leidet nicht nur unter einer anhaltenden Wirtschaftskrise und Sanktionen. Corona und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine führten zu weiteren Einnahmeverlusten und verteuerten wie auch anderswo die Energiekosten immens. Tourist:innen bleiben aus, und nicht zuletzt führte Hurrikan Ian zu verheerenden Schäden.

„Das gesamte Land leidet unter Strommangel“, sagt Reininger, überall gebe es Abschaltungen der Energiezufuhr. Und die Stromproduktion müsse zum großen Teil auf alte Ölkraftwerke zurückgreifen, die die Umwelt und den Etat schwer belasten.

Da ist das neue Solarkraftwerk ein Lichtblick. Es wurde auf dem Dach eines Impfstoff-Forschungszentrums errichtet, mit dem Interred kooperiert. „Dort ist sicher, dass die Anlage zu 100 Prozent gut betreut wird“, sagt Reininger. Überhaupt sei das Know-how in Kuba für Solartechnik groß, es fehle nur am Kapital. Aber weil über Kuba oft die Sonne scheint, arbeitet die Anlage weitaus effizienter als anderswo. Und wenn das so gut funktioniert – warum nicht noch mehr Solarstrom produzieren?

Interred und der Verein Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim (LAGG), dessen Vorsitzender Lothar Reininger ist, haben inzwischen weitere Sonnenkollektoren organisiert, die bereits auf dem Weg nach Kuba sind. Zum Jahresende soll die erweiterte Anlage in Betrieb gehen und dann jährlich mindestens 250 000 Kilowattstunden Strom erzeugen. „Was noch fehlt, ist ein Teil der Finanzierung“, berichtet Interred.

Es gebe eine Deckungslücke (Stand 25. Oktober) von rund 12 500 Euro. „Wir sind dieses Risiko eingegangen, weil der Energiemangel in Cuba existenzielle Ausmaße angenommen hat.“ 2023 soll das Projekt mit einer dritten Lieferung fortgesetzt werden. Wer helfen will, kann spenden: an das Netzwerk Interred e. V., IBAN DE50 5502 0500 0007 6002 00.

Der Verein ist gemeinnützig und kann Spendenbescheinigungen ausstellen. Mehr Informationen unter www.Interred-org.de

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