Markus Frank ist Frankfurter Sicherheitsdezernent.
+
Markus Frank ist Frankfurter Sicherheitsdezernent.

Randale am Opernplatz

Frankfurter Sicherheitsdezernent: „Feindliches Klimagegenüber unserer Polizei“

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
    schließen

Der Frankfurter Sicherheitsdezernent Markus Frank ist fassungslos über die Ausschreitungen am Opernplatz und fordert harte Strafen für die Täter.

Herr Frank, hat Sie der Ausbruch der Gewalt am Opernplatz überrascht?

Ich bin völlig fassungslos, dass Polizeibeamte gezielt angegriffen wurden, als sie einem verletzten Menschen helfen wollten. Das ist völlig inakzeptabel, das ist kriminelles Verhalten, und ich hoffe wirklich, dass die Justiz das hart bestraft.

Aber hatte sich eine solche Eskalation in den vergangenen Wochen angedeutet?

Nein, in dieser Art war das unvorstellbar. Natürlich haben wir unsere Beobachtungen gemacht. Wir wissen, dass sich die Besucher auf den Plätzen im Laufe des Abends verändern. Zunächst findet man da das bürgerliche Milieu, das keine Schwierigkeiten macht. Aber wenn es dann spät wird, kommt auch Problemklientel.

Was sind die Hintergründe der Gewalt? In den sozialen Medien ist oft zu lesen, die jungen Leute müssten sich ja nur deshalb am Opernplatz treffen, weil die Clubs, in denen sie sonst feiern, seit Monaten geschlossen sind.

Schwere Verletzungen von Polizisten in Kauf zu nehmen, weil unsere Clubs nicht öffnen können, sorry, das kann nicht die Grundlage einer Diskussion sein.

Sie beklagen schon lange einen Mangel an Respekt gegenüber Polizeikräften. Inwiefern wird dieses Phänomen durch die aktuelle Diskussion über Rassismus in der Polizei verstärkt?

Es herrscht in Teilen der Gesellschaft ein ablehnendes bis feindliches Klima gegenüber den Mitarbeitenden unserer Polizei. Das entlädt sich dann auch in derartigen Gewalttaten. Prinzipiell verstärkt sich dieses Klima immer bei Verallgemeinerungen gegen die Beschäftigten der Polizei, wie wir sie gerade häufig erleben. Dazu tragen auch hochrangige Repräsentanten der Gesellschaft bei, wenn sie die Polizistinnen und Polizisten generell unter Rassismusverdacht stellen.

Wie war eigentlich die Haltung der Stadt zu den Feiern am Opernplatz? Wollten Sie, dass sich die Menschen dort treffen?

Wir haben sie nicht eingeladen, und natürlich sind solche Zusammenkünfte alleine wegen der geltenden Abstandsregeln ein Problem. Aber Fakt ist auch: Die Menschen treffen sich fast überall in der Stadt: An schönen Abenden treffen sich rund 6000 Menschen auf öffentlichen Plätzen, in den Grünanlagen und am Mainufer. Und bisher waren diese Zusammenkünfte friedlich.

Am Freitag hat die Stadt Frankfurt auf dem Opernplatz 400 Mülltonnen aufstellen lassen, obwohl wesentlich weniger nötig gewesen wären, um den ganzen Abfall aufzunehmen. Eine einladende Atmosphäre haben Sie damit nicht geschaffen.

Das ist auch nicht unsere Aufgabe. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig hat damit auf das massive Müllproblem nach solchen Begegnungen aufmerksam gemacht. Eine Maßnahme, die zum Nachdenken angeregt hat. Und es gab jede Menge Diskussionen darüber, wie wir mit dem öffentlichen Raum umgehen wollen. Ich finde, das ist eine ganz wichtige Diskussion.

Wie geht es jetzt weiter?

Am Montagmorgen habe ich zu einer Sicherheitskonferenz eingeladen, wir bekommen die neuesten Ermittlungsergebnisse der Polizei und werden die weiteren Maßnahmen abstimmen.

Ist es eine Option, den Opernplatz am Wochenende zu sperren?

Es geht eben nicht nur um den Opernplatz, sondern um die Frage, wie wir unsere Stadt vor völlig enthemmten Menschen schützen.

Interview: Georg Leppert

Kommentare