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Frankfurter FDP setzt auf Frauenpolitik

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Um mehr weibliche Mitglieder zu gewinnen, gründet die Partei einen Ausschuss. Dessen Vorsitzende findet: Die Partei wird als zu kalt wahrgenommen.

Die Frankfurter FDP will weiblicher werden. Die Freidemokraten haben einen Ausschuss namens „Liberale Frauenpolitik“ gegründet. Dieser soll sich unter anderem „mit der Akzeptanz der FDP bei Wählerinnen und Frauen, die an politischer Arbeit interessiert sind“ befassen, teilte der Kreisverband am Montag mit.

Nur 18 Prozent aller FDP-Mitglieder in der Stadt seien weiblich, sagte Kreisvorsitzender Thorsten Lieb: „Das ist viel zu wenig.“ Zumal sich unter den neuen Mitgliedern, die in den vergangenen Wochen eingetreten seien, keine einzige Frau befinde. Auch im Vorstand und auf Wahllisten seien Frauen unterrepräsentiert. Im März werde der Parteivorstand deshalb, über „konkrete Ziele“ zum Frauenanteil in der FDP beraten, sagte Lieb.

Als ersten Schritt haben die Freidemokraten nun den Ausschuss gegründet, den Ina Klemm leitet. Die Unternehmerin und fünffache Mutter aus Bockenheim sagt: „Oft ist Frauenpolitik problemorientiert und tut so, als müssten Frauen immer nur beschützt werden, das ist aber gar nicht so.“ Ziel des Ausschusses sei es, „Frauen in ihren Lebenssituationen zu stärken und die Forderungen zu stellen, die ihnen helfen“ – etwa in der Kinderbetreuung oder dem Unterhaltsrecht.

Die FDP werde von viele Menschen als „kühl“ empfunden und sei auch deshalb für Frauen nicht besonders attraktiv. Tatsächlich arbeite die Partei „mit unseren Themen ganz eng an den Menschen“, so Klemm.

Immerhin: In der Römer-Fraktion der FDP sind Frauen deutlich stärker vertreten als im Rest der Partei. Von den sieben Stadtverordneten sind drei Frauen. Geführt wird die Fraktion von einer Frau: Annette Rinn.  

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