+
Die Schwimmbäder bleiben noch zu.

Hintergrund

Die Frankfurter Schwimmer grummeln

  • schließen

Allmählich dürfen die Sportanlagen in Frankfurt den Betrieb wieder aufnehmen. Die Stadt setzt auf die Verantwortung der Vereine.

Das Sportamt Frankfurt hat derzeit alle Hände voll zu tun. Bis Montag sollen knapp 60 Sportanlagen in der Stadt wieder in Betrieb genommen werden. Der zuständige Dezernent Markus Frank (CDU) freut sich, dass nach den wochenlangen Beschränkungen wieder Sport möglich ist: Wir wollen uns gemeinsam ein bisschen Freiheit gönnen.“ Am Freitagnachmittag gab es noch einmal eine, die mittlerweile vierte, Videokonferenz mit Vereinsvertretern und Abteilungsleitern im Sportministerium in Wiesbaden. „Das ist immer eine sehr dynamische Veranstaltung“, verriet Frank. Die Sportfunktionäre wollen wissen, wie denn einzelne Vorgaben umzusetzen sind. Fest steht, Vereinsheime und Umkleidekabinen bleiben bis auf weiteres zu. „Die Sportler kommen in Sportklamotten, und sie gehen in Sportklamotten“, betonte Frank.

Auch die Plätze im Hafenpark sind wieder freigegeben.

Die Stadt will dabei auf die Verantwortung der Vereine bauen. „Wir werden keine Sportpolizei bilden können“, sagte Frank. Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt, gab sich zuversichtlich, dass die Klubs sich an die Vorgaben zum Kontaktverbot halten: „Ich bin überrascht und stolz über die Kreativität der Vereine.“ Frischkorn ist es wohl zu verdanken, dass auch Sport in Hallen wieder möglich ist. Der Vorsitzende des Dachverbands der Sportvereine hatte gegenüber dem Ministerium argumentiert, Abstandsregeln wie in Supermärkten seien in großen Sporthallen allemal umzusetzen. Nach der Entscheidung des Landes, in der nicht explizit aufgeführt wurde, welche Sportarten wieder möglich sind und welche noch nicht, hat Frischkorn erheblichen Klärungsbedarf. „Ich habe am Morgen schon 30 Anrufe bekommen.“

Einer der Anrufer dürfte Michael Ulmer gewesen sein. Der Sportdirektor der Schwimmgemeinschaft Frankfurt sieht ebenfalls Klärungsbedarf. „Ich war sehr verwundert, wie das formuliert wurde“, sagt er. Ulmer ging zunächst auch am Freitag noch davon aus, dass die anhaltende Schließung der Schwimmbäder nur für normale Badegäste, nicht aber für Vereinsschwimmer gilt. Die Nachricht, dass niemand ins Wasser darf, versteht er nicht: „Das Wasser ist der sicherste Ort, Chlor tötet alle Viren, das ist nachgewiesen.“

Rudern im Einer

Die Ruderer sitzen ein bisschen zwischen den Stühlen. In den großen Booten sind Abstände von eineinhalb Metern nicht einzuhalten. Gerudert werden darf aber wieder im Einer und im Doppel-Zweier, falls beide Akteure einer häuslichen Gemeinschaft angehören. Die Ruderer der Germania werden gleich am Samstag wieder loslegen. „Es ist ein hoher logistischer Aufwand, den wir betreiben“, sagt Stephan Bub, der Vorsitzende der Germania.

Zunächst musste der Verein weitere Einer organisieren, da die Breitensportler sonst vor allem in Großbooten unterwegs sind. Am Bootshaus und beim Einstieg muss auf Abstand geachtet werden, nach dem Rudern müssen Boote und Skulls desinfiziert werden und die Mitglieder „auf der Achse rumdrehen und nach Hause gehen“, sagt Bub. Denn auch das schöne Vereinsheim am Schaumainkai bleibt erst mal zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare