Kakaoernte in Peru, Rohstoff aus erster Hand. Peru Puro

Weltmeisterschaft

Frankfurter Schokolade ganz vorn

Fair und nachhaltig: Der Kleinbetrieb Peru Puro holt drei Medaillen bei der Weltmeisterschaft - und erklärt, wie teuer eine Tafel Schokolade ohne Ausbeutung sein muss.

Zwei Mal Silber, ein Mal Bronze: Das kleine Frankfurter Unternehmen Peru Puro hat bei der Schokoladen-Weltmeisterschaft ordentlich abgesahnt und gleich drei Medaillen geholt. Im Palacio de los Capitanes im guatemaltekischen Antigua gab es Auszeichnungen für die dunkle Sorte Chuncho Gold mit 70 Prozent Kakao (Silber), die 52-Prozent-Variante Chuncho Gold Vollmilch (Bronze) und noch einmal Silber für die 70-Prozenterin in der besonderen Kategorie „Taster’s Finalist“ des International Institute of Chocolate and Cacao Tasting.

„Wir freuen uns sehr, dass wir so erfolgreich waren“, sagte Mitbetreiberin Frauke Fischer der FR, besonders, weil nicht nur der beste Geschmack und die höchste Qualität gefragt gewesen seien, sondern auch faire Bezahlung und ökologischer Anbau des Kakaos. Beides sind für Peru Puro unabdingbare Bestandteile des Geschäftsmodells.

„Wir zahlen unseren Bauern das Doppelte des Bio-Fair-Trade Mindestpreises, pflanzen Kakao in artenreichen Mischkulturen und schützen aktiv 900 Hektar intakten Regenwald“, zählte Frauke Fischer auf, die den Betrieb mit Arno Wielgoss leitet. Zusätzlich stand die Zwei-Personen-Schoko-Firma dieses Jahr im Finale um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und zählte damit zu den zehn nachhaltigsten deutschen Unternehmen in ihrer Kategorie.

Im Jahr 2000 gegründet, setzt Peru Puro auf die Ur-Kakaosorte Chuncho als Basis aller Produkte, also nicht auf den Anbau in den für Billigschokolade üblichen Monokulturen, sondern in artenreichen Systemen. Das Verfahren schütze Biodiversität und Ökosystem am Ort und im angrenzenden Regenwald, betont das Duo.

Verarbeitung vor Ort in Peru

45 Kleinbauern einer Kooperative liefern Peru Puro den Kakao ohne Zwischenhändler, was ihnen faire Preise sichern hilft. Vom kommenden Jahr an, berichten Fischer und Wielgoss, gehen die Partner einen weiteren Schritt und verarbeiten den Kakao direkt vor Ort: vom Rösten, Schroten, Abtrennen der Kakaoschalen bis zur Zubereitung der Kakaomasse. Der gemeinnützige Verein „Frederic – Hilfe für Peru“ (www.frederic.hfp.de) half, eine entsprechende Kleinstanlage zur Weiterverarbeitung des Kakaos zu beschaffen. Betreiberinnen sind die Mitglieder einer peruanischen Frauenkooperative, die damit erstmals einen eigenen, in Geld zählbaren Beitrag zum Familieneinkommen leisten.

Eine Tafel Schokolade kostet bei Peru Puro übrigens 5,50 Euro. Alles darunter sei ohne Ausbeutung nicht möglich. Bis Weihnachten läuft eine Aktion, mit der die Firma Schokolade zugunsten des Hilfsvereins, des Regenwaldes und der Kleinbauern verkauft. Mehr dazu: www.perupuro.de.

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