1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurter Ratswegbrücke über Wochen voll gesperrt

Erstellt:

Von: Steven Micksch

Kommentare

Im März sorgte die einseitige Sperrung der Ratswegbrücke für viel Verkehrsfrust.
Im März sorgte die einseitige Sperrung der Ratswegbrücke in Frankfurt für viel Verkehrsfrust. © Monika Müller

Die Teilsperrung der Frankfurter Ratswegbrücke hatte im März viele überrascht. Nun folgt der nächste Schritt. Und der bedeutet: Vollsperrung.

Frankfurt – Der 28. März war der Beginn der Teilsperrung der Ratswegbrücke im Frankfurter Osten. Dafür muss Joachim Bielefeld, Abteilungsleiter Verkehrsmanagement im Straßenverkehrsamt Frankfurt, nicht mal in die Unterlagen schauen. Er erkennt es auch anhand der Balken auf seinem Bildschirm. Dort zeigt eine Grafik, wie sich die Verzögerung auf der Hauptumfahrungsstrecke entlang der Hanauer Landstraße, Habsburgerallee und Friedberger beziehungsweise Eckenheimer Landstraße entwickelt hat. Statt der üblichen fünf Minuten stieg die Verzögerung auf 25 Minuten an. Mittlerweile liege sie wieder bei sechs. Wütende Kommentare, dass man bei der Stadt nicht richtig plane, hätten viele dort geärgert. Denn genau das Gegenteil sei der Fall.

Seit Anfang August 2019 ist das Vorhaben im innerstädtischen Computerprogramm „Kommunalregie“ hinterlegt. Es folgten Verkehrsgutachten, Planungen von Umfahrungsstrecken und Koordinierungen mit anderen Bauprojekten im Umkreis. Dadurch gebe es für den Zeitraum der Baustelle Ratswegbrücke keine Bauarbeiten auf den Umleitungen. Die Sanierung der Wilhelmshöher Straße erfolgte vorher, weil sie als Umfahrung stark frequentiert würde.

Frankfurt: Pendler haben Baustellen seltener im Blick als Navigationsgeräte

Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) lobt das Computertool als eines der ältesten und bestfunktionierenden Digitalisierungsprojekte der Stadt. Ämterübergreifend werde damit gearbeitet und geplant. Beispielsweise nutzt das Ordnungsamt es, um Demonstrationsstrecken auszuarbeiten. Die Bürgerinnen und Bürger bekommen von alldem im Grunde nichts mit. Sie profitieren zwar von reduzierten Bearbeitungszeiten und digitalisierten Formularen für Anträge und Genehmigungen, aber „sie sollen nur mitkriegen, dass es funktioniert“, sagt Majer.

Und das habe es auch im Beispiel der Ratswegbrücke. Die Navigationsgeräte hatten die Baustelle auf dem Schirm, nur viele Pendler:innen eben nicht. Und im Juli, zum Ferienbeginn, geht das Projekt in die nächste große Phase. Das heißt: Vollsperrung. Darauf wolle die Stadt mit zusätzlicher Beschilderung im Vorfeld noch deutlicher hinweisen – in der Hoffnung, mehr Autofahrer:innen zu erreichen und weniger wütende Anrufe zu erhalten. Für Fuß- und Radverkehr ist die Brücke weiterhin (fast durchgängig) nutzbar.

Ratswegbrücke in Frankfurt: Kappe wird aktuell saniert

Aktuell werde auf der gesperrten Seite die sogenannte Kappe saniert. Dort befindet sich beispielsweise der Gehweg, erklärt Peter Kowalski vom Amt für Straßenbau und Erschließung. Auch die Unterseite der Brücke werde momentan bearbeitet. Dort würden Betonrisse beseitigt, um die Stabilität weiter zu gewährleisten. Zudem müssten die Lager auf den Pfeilern teilweise ausgetauscht werden.

Am 23. Juli folgt die Vollsperrung, dann werde der Mittelteil der Brücke in Angriff genommen. Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft VGF wird die dortigen Gleise erneuern. Am Ende soll es wie bisher je zwei Spuren in beide Richtungen geben, wobei die mittleren von Tram und Autos gleichermaßen befahren werden. Bis zum 4. September wird die Vollsperrung aufrechterhalten. Mit Verzögerungen rechnet Kowalski nicht.

Die gesamte Brücke werde Ende September freigegeben. Vermutlich werde zunächst noch eine Fahrbahn gesperrt bleiben, da noch Arbeiten an der östlichen Kappe erfolgen. Allerdings rechnen die Fachleute damit, dass die Brücke schon in beide Richtungen befahrbar sein wird. Am Ende soll die Sanierung mit Planung etwa 4,5 Millionen Euro gekostet haben. (Steven Micksch)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion