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Karin Wagner, Geschäftsführerin und Programmleiterin der Kulturbühne „Fabrik Sachsenhausen“.

Die Fabrik

„Man ist ständig am Improvisieren“

Karin Wagner berichtet aus ihrem Alltag als Programmchefin in Zeiten von Corona. Sie ist künstlerische Leiterin im Kulturwerk „Die Fabrik“.

Frau Wagner, die vergangenen Monate waren für Sie als Programmchefin sicher nicht einfach. Wie ist es Ihnen ergangen?

Es war eine sehr schwierige Zeit und ist es auch jetzt noch. Angefangen damit, dass die Musiker und Musikerinnen, die auf Tournee waren, in allen möglichen Ländern stecken geblieben sind und Tourneen abgesagt werden mussten. Die Agenturen haben nachgefragt, wie die Situation in Deutschland aussieht. Aber irgendwann ging gar nichts mehr.

Ihre letzte Veranstaltung vor der Pause war die Luminale im März. Wie ging es dann weiter?

Das war erst mal ein großes Durcheinander. Viele Telefonate, Absagen und Fragen nach Terminverschiebungen. Man ist permanent am Improvisieren. Wir haben uns relativ schnell berappelt und Konzerte als Videos aufgenommen und auf dem Youtube-Kanal der Fabrik als Premieren veröffentlicht. Auf diese Weise konnten wir auch während des Lockdowns einiges ermöglichen.

Ihr neues Programm startet jetzt im September. Welche Schwierigkeiten hatten Sie bei der Planung?

Am Schwierigsten war, dass wir viele Umbuchungen hatten und Ersatztermine finden mussten. Die „Tage der Industriekultur“ zum Beispiel sind umgebucht worden auf den September. Statt dem üblichen Abschlussfest in der Fabrik bieten wir an diesen Tagen jetzt Führungen an. Auch bei den Musikern ist vieles ins Rutschen geraten. Eine größere Veranstaltung, an der sieben Locations in Frankfurt beteiligt gewesen wären, wurde zweimal umgebucht und schließlich drei Tage vor Drucklegung der neuen Flyer abgesagt. Das gehört im Moment zum Alltag.

Zur Person

Karin Wagner ist seit 2017 künstlerische Leiterin im Kulturwerk „Die Fabrik“ in Sachsenhausen. Dort kümmert sie sich um das Programm und plant unter normalen Umständen etwa 100 bis 110 Veranstaltungen im Jahr.

Träger der „Fabrik“ ist die Peter Paul- und Emmy Wagner-Heinz Stiftung zur Förderung kultureller und sozialer Zwecke. Karten gibt es unter: www.die-fabrik-frankfurt.de.

Ja, die erste Veranstaltung war am 1. September. Mit den entsprechenden Abständen können wir jetzt nur noch 40 statt 100 Gäste in den Keller lassen. Wir haben ein Sicherheits- und Hygienekonzept, am Tisch kann man die Maske abnehmen. Außerdem versuche ich, große Band-Formationen zu vermeiden. Es können im Moment maximal vier Musiker auf die Bühne. Solo-Künstler und Duos sind gerade angesagt ...

Können Sie überhaupt langfristig planen?

Ja natürlich. Aber es wissen alle in der Branche, dass es auch jederzeit wieder anders sein kann. Niemand will einen weiteren Lockdown. Insofern hoffen wir, dass sich alle an die Abstandsregeln halten und trotzdem zu Veranstaltungen kommen. Es wäre wünschenswert, dass die Kultur- und Clubszene überlebt.

Was bräuchte es dafür?

Die Musiker und Musikerinnen, die freie Clubszene und kleinen Theater brauchen mehr finanzielle Unterstützung. Es wurde so viel von der Kultur geredet wie noch nie, aber die formalen Kriterien für Unterstützung sind oft so schwierig und umständlich, dass das Geld nicht bei den Künstlern und Künstlerinnen ankommt.

Interview: Kathrin Becker

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