Neuer Skandal

Frankfurt: Polizist trägt umstrittenes Symbol aus der rechten Szene auf  Uniform

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Das Tragen eines Aufnähers auf der Uniform könnte für einen Frankfurter Polizisten dienstrechtliche Konsequenzen haben. Das ist kein Einzelfall.

Das Tragen eines Aufnähers auf der Uniform könnte für einen Frankfurter Polizisten dienstrechtliche Konsequenzen haben. Zunächst hatten Aktivisten einer Klima-Demonstration am Samstag auf der Leipziger Straße berichtet, dass ihnen ein Polizist mit einem dunklen Patch auf seiner Weste mit der Aufschrift „Molon labe“ (Altgriechisch: „Komm und hol (sie dir)!“) aufgefallen sei. Das Zitat geht auf König Leonidas I. von Sparta zurück und wird auch in der rechten Szene verwendet. In den USA nutzen Gruppierungen, die ihr Recht auf Waffenbesitz verteidigen, den Ausspruch.

Nun ist ein Foto des Beamten, der dieses Symbol auf der Uniform trägt, aufgetaucht. Das Bild liegt der FR und der Polizei vor. „Wir haben den Kollegen identifiziert. Das Tragen dieses Aufnähers ist strafrechtlich nicht relevant, es könnte aber ein dienstrechtlicher Verstoß sein“, sagte ein Sprecher der Polizei der FR am Donnerstag. „Solche Patches gehören nicht auf eine Uniform“, so der Polizeisprecher.

Der Beamte sei zurzeit im Urlaub, sei aber informiert, dass nun dienstrechtliche Überprüfungen gegen ihn laufen. Er werde auch seine Motivation für das Tragen von „Molon labe“ erklären müssen. Der Protest in Bockenheim war Teil der Aktionswoche von „Fridays for Future“. Unterstützt wurden sie dabei vom Stadtteilbüro Bockenheim.

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In einer Pressemitteilung des Stadtteilbüros stand: „Im Zusammenhang mit den Vorfällen um den sogenannten NSU 2.0 und dessen Verbindungen zu Frankfurter Polizisten verwundert es, dass ein Polizist ungehemmt dieses Zeichen tragen kann.“

Ende Juni hatte bereits ein Foto eines Bundespolizisten für mediale Aufmerksamkeit gesorgt, der bei einem Einsatz bei einem Rechtsrock-Treffen im sächsischen Ostritz an seiner Uniform zwei Aufnäher trug, die auch in der rechten Szene genutzt werden – einer davon: „Molon labe“. Auch dort sollte der Vorgang dienstrechtlich geprüft werden.

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