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Frankfurter Polizeiautos für die Ukraine

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Von: Sabine Schramek

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Christian Klas von Bürger für Bürger e.V. Ukrainehilfe Birstein und Brachtal, der besonderen Dank von Generalkonsul Ukraine Vadym Kostiuk (r.) bekommt.
Christian Klas von Bürger für Bürger e.V. Ukrainehilfe Birstein und Brachtal, der besonderen Dank von Generalkonsul Ukraine Vadym Kostiuk (r.) bekommt. © Monika Müller

Ein Konvoi aus Frankfurt ist mit Material für die Ordnungskräfte vor Ort aufgebrochen.

Kurz vor Sonnenuntergang verlässt der Konvoi aus 22 Fahrzeugen das Polizeipräsidium Richtung Osten. „Wenn wir jetzt nicht helfen, was dann?“, sagen Polizeipräsident Gerhard Bereswill und Vizepräsident Björn Gutzeit. Der Polizeibeamte Christian Klas war bei vier Hilfslieferungen seit Kriegsbeginn mit der Bürgerinitiative „Ukrainehilfe Birstein Brachtal“ dabei, um Nötiges in die Ukraine zu bringen und Flüchtende mitzunehmen.

„Eine Bekannte hat mir gesagt, dass die Polizei dringend Autos und Schutzausrüstung braucht“, sagt er. „Ich habe mich an die zentrale Hochschule des Landes Hessen für Polizei und Verwaltung gewandt.“ Auch das Hessische Polizeipräsidium für Technik hat sofort unterstützt.

Gerechnet hatte Klas mit ein bis zwei ehemaligen Polizeiwagen. „Ich bin sprachlos“, sagt er nun, während er auf die 13 umlackierten, gespendeten Fahrzeuge blickt. „Die gesamte hessische Polizei und alle Behörden haben mitgemacht.“ Im Verein gibt es einen Pool aus 80 freiwilligen Fahrern. 56 hatten sich für diese Tour gemeldet, 48 von ihnen wechseln sich auf der je 1400 Kilometer weiten Strecke ab. 16 von ihnen arbeiten bei der Polizei.

Aus Sicherheitsgründen schalten sie ihre Mobiltelefone ab Krakau auf Flugmodus, „um jedes Risiko zu vermeiden“, berichtet Klas. Der Konvoi fahre zwar „nur“ an die ukrainische Grenze in der Slowakei, „aber ein Risiko für das Material ist da“, sagt er ernst. Wie es von dort weitergeht, verrät er nicht. „Wir werden auch in den Osterferien helfen. Da ist es nicht gut, wenn Details bekanntwerden.“ Er sieht Innenminister Peter Beuth (CDU) an. „Hoffentlich mit weiteren Spenden“, sagt er fragend. Beuth nickt. „Ja, wir werden weiter helfen“, sagt er und verweist auf eigene Transporte des Landes. „Das DRK hat gerade vier Fahrzeuge mit 150 Paletten voller Isomatten, Zelte, Schlafsäcke, Windeln, Babynahrung und Feuerschutzkleidung von Fritzlar über Polen in die Ukraine gebracht.“

Die Gruppe der Freiwilligen, welche die Hilfe in die Ukraine bringt, ist gemischt. Manche sind zum ersten Mal dabei, andere helfen seit sieben Monaten auch im Ahrtal. Nicht nur die Polizeifahrzeuge sollen der Polizei in der Ukraine gebracht werden. Mehr als 1000 Schutzwesten sind an Bord, zudem 1250 Paar Arbeitsschuhe und -stiefel, 1100 Sicherheitshelme und 2250 Paar Arbeitshandschuhe plus Erste-Hilfe-Ausrüstung im Wert von mehr als 30 000 Euro. Dazu Decken, Taschenlampen, Kabeltrommeln und Generatoren.

Polizeipräsident Bereswill hatte sich an die Firma Engelbert Strauss gewandt, die Arbeitskleidung produziert. „Die Zusage kam umgehend“, sagt er. „Es ist unglaublich, wie hoch die Hilfsbereitschaft ist. Die Polizei in der Ukraine braucht alles. Was die Kollegen hier aus Eigeninitiative leisten, hilft den Kollegen, die in zerschossene Häuser gehen müssen. Sie können sich damit besser schützen und auch die Menschen, denen sie helfen.“

Zur Abfahrt des Konvois ist auch der ukrainische Generalkonsul Vadym Kostiuk gekommen. „Hier in Frankfurt ist Frühling“, sagt er bewegt. „In der Ukraine ist noch Winter. Mit solchen Aktionen können wir es schaffen, unser Land weiter tapfer und heroisch zu verteidigen.“

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