Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Flügelschlag des Schmetterlings löst in der neusten Attraktion des Palmengartens Stürme der Begeisterung aus.
+
Der Flügelschlag des Schmetterlings löst in der neusten Attraktion des Palmengartens Stürme der Begeisterung aus.

Natur in der Großstadt

Frankfurter Palmengarten eröffnet Schmetterlingshaus

  • George Grodensky
    VonGeorge Grodensky
    schließen

Im neuen Blüten- und Schmetterlingshaus im Palmengarten sind unter anderem Falter aus Costa Rica zu bewundern. Außerdem gibt es praktische Tipps zum Erhalt der Blütenökologie.

Der Schritt von betörendem Duft zum üblen Schuft ist klein. Ein Beispiel findet sich im neuen Schmetterlingshaus des Palmengartens. Das eröffnet offiziell am kommenden Freitag, 6. August. Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und Palmengartendirektorin Katja Heubach führten am Dienstag die Medien herum.

Acht Millionen Euro ist der Neubau schwer. Das Haus aus verzinktem Stahl und Isolierglas, wie ein 800 Quadratmeter großes Gewächshaus sieht das aus, gliedert sich in drei Bereiche. Durch ein Foyer mit Workshop-Raum geht es in eine Ausstellung, das Kalthaus, von dort aus weiter in die Flughalle, das Warmhaus.

Aber verweilen wir kurz in der Ausstellung. Das Schmetterlingshaus soll sich nicht darauf beschränken, schöne Falter aus Costa Rica zu präsentieren. „Wir wollen den Besucherinnen und Besuchern die Beziehung zwischen Insekten und Pflanzen näherbringen“, sagt Rosemarie Heilig. Und zeigen, wie wichtig diese Beziehung für die Menschen ist.

Katja Heubach bringt es auf die griffige Formel: no Bees, no Bembel. Wenn keine Insekten die Pflanzen bestäuben, bringen diese auch weitaus weniger bis gar keinen Ertrag mehr hervor. Daher: keine Äpfel, kein Apfelwein.

Nun zum Schuft: Neben Info gibt es in der Ausstellung auch Erlebnisse. Etwa Schnupperproben. Schmetterlinge stehen auf leuchtende Blüten in Orange und Rot, die herrlich duften. Manche Pflanzen spezialisieren sich auf Fliegen für die Bestäubung. Diese schmutzigweißen oder rotbraunen Blüten locken mit für Fliegen ganz wunderbaren Gerüchen, imitieren etwa das Odeur von Kot oder Aas. Völlig begeistert möchte die Fliege, dort, nur dort ihre Eier ablegen. Und bestäubt en passant die Blüte. Auch, wenn der Geruch sich als Schwindel entpuppt.

Neue Attraktion

Das Schmetterlingshaus ist ab Freitag, 6. August, ganzjährig geöffnet. Allerdings flattern die Bewohner nur in der Nebensaison. In den Sommermonaten nicht, da sollen die Menschen an der frischen Luft die Wunder der Natur erkunden. Auch bei den Winterlichtern ist das Gebäude unbewohnt. Da wäre es zu voll.

Die Pausen dienen auch der Evaluation des Angebots und der Renaturierung des Pflanzenbestands. sky

www.palmengarten.de

Aber das alles ist nur die Vorbereitung. Vorhang auf für die Falter. Wir schieben die Kettengirlande beiseite und betreten das immer mehr als 20 Grad warme Blüh- und Flugparadies. 80 Prozent Luftfeuchtigkeit begrüßen den Gast. Und da schwirren und flattern sie wie, nun ja, Schmetterlinge, die Kolleginnen und Kollegen von Presse, Funk und Fernsehen. Hier noch ein Bild, da noch ein Interview mit der Direktorin, es herrscht helle Aufregung.

Die verflixten Schmetterlinge halten nicht still. Und wenn sie doch mal sitzen, zeigen sie der Kamera die geschlossenen Flügel. Die sehen schön aus, der Bananenfalter etwa ist braun getigert, mit großen Kreisen. Spektakulärer ist seine Innenseite, die blau und orange leuchtet. Da zieht ein schwarz-gelb gestreiftes Exemplar vorbei, hui, schnell das Handy zücken.

Etwa 60 Arten gibt es im Haus zu entdecken, die sind aber nicht immer da. Jede Woche liefern die Züchter aus Costa Rica 250 bis 300 Puppen, die sich dann in Frankfurt entfalten. Stets dabei sind die großen Himmels- und Bananenfalter, 80 Prozent der Lieferung aber sind ein bunter Mix, je nach Jahreszeit.

Schönheit ist vergänglich. Nur ein bis zwei Wochen leben die Schmetterlinge. Es ist die Symbolik, die zählt. Nicht nur zeigen sie, wie wichtig das Thema Bestäuben für Wirtschaft und kulturelle Identität des Landes ist, sondern auch, wie sie sich von der Raupe über die Puppe zur schwirrenden Schönheit wandeln und schließlich vergehen. So ist die Welt im steten Wandel. „Kultureller, sozialer oder Klimawandel“, wie Heubach sagt.

Apropos sterben: In der Ausstellung steht eine eindrucksvolle Leuchtwand mit Insektenarten. Die Besucherinnen und Besucher entscheiden über ein Panel mit Schiebereglern, welche aussterben, welche am Leben bleiben. Wer den Regler auf glatt getrimmten Rasen in gelecktem Garten stellt, sieht die entsprechenden Insekten auf der Tafel erlöschen. Das passiert auch in echt, nur ist das nicht so schnell wie auf der Tafel nachzuverfolgen.

Weitere Bericht Seite F7

Im Bau aus Stahl und Glas gibt es saftiges Grün und bunte Flatterwesen zu entdecken.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare