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Das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt in der Kleyerstraße im Gallus.
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Das Ordnungsamt der Stadt Frankfurt in der Kleyerstraße im Gallus.

Lebensmittelkontrolle

Frankfurter Ordnungsamt verärgert über Berichterstattung des Hessischen Rundfunks

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Der Hessische Rundfunk wertet mehrere Kontrollberichte beim Wursthersteller Wilhelm Brandenburg aus. Die Behörde spricht von falschen Interpretationen und ordnet die Mängel ein.

Schimmel, Schmutz, Rost und eklatante Hygienemängel – der Bericht des Hessischen Rundfunks über Zustände in der Fleischerei Wilhelm Brandenburg in Frankfurt hat Aufsehen erregt. Beim für die Kontrolle des Betriebs zuständigen Ordnungsamt hat sie wohl eher für Wut gesorgt. Die Berichterstattung sei extrem aufgebauscht und interpretiere die in den 60 Prüfberichten der Lebensmittelkontrolle aufgelisteten Mängel größtenteils fehl, erklärte Detlef Thiele, Leiter des Veterinärwesens beim Frankfurter Ordnungsamt, am Mittwoch bei einem Pressegespräch.

Wer solche Berichte lese, brauche Sachkunde und sollte bestenfalls auch schon mal in solch einem Betrieb gewesen sein, um die aufgelisteten Dinge einordnen zu können. Dann erklärte Markus Limberger, der für Brandenburg zuständige Kontrolleur des Ordnungsamts, wie seine Besuche in der Regel ablaufen.

„Wir arbeiten oft nach dem Vier-Augen-Prinzip“, sagte er. So gehe unter anderem auch das Regierungspräsidium Darmstadt mit auf die unangekündigten monatlichen Kontrollen in der Frankfurter Fleischfabrik. In vielen Punkten erreiche das Werk eine Bewertung von gut oder zufriedenstellend. Die Einschätzung erfolge im Schulnotensystem, sodass sogar ein ausreichend genügen würde, um in der jeweiligen Kategorie zu bestehen. Wo es bei Wilhelm Brandenburg in Frankfurt wirklich hakt, seien die Baulichkeiten. Diese stammen teilweise noch aus den 50er Jahren.

Gerade in diesem sowie im technischen Bereich, wenn beispielsweise ein Waschbecken oder ein Sohlenreiniger ausfalle, wurde der Großteil der Mängel festgestellt. Trotzdem habe nie eine Verbrauchergefährdung bestanden. Und eklatante (Hygiene-)Mängel habe es nicht gegeben.

Für gewöhnlich setze er bei baulichen Mängeln eine einmonatige Frist, um die Schäden zu beseitigen, sagte Limberger. „Wir erwarten auch, dass der Hersteller die Mängel selbst auf dem Zettel und bestenfalls schon einen Reparaturtermin hat.“ Bei Lieferschwierigkeiten oder anderen Gründen könne die Frist verlängert werden. Der Wursthersteller müsse dann aber Vorkehrungen ergreifen, um die Lebensmittelsicherheit aufrechtzuerhalten.

Dass im Betrieb Rost, Schimmel und auch mal Schmutz gefunden worden seien, wie der HR berichtet, sei nicht falsch, aber man müsse es richtig einordnen. So habe sich der Rost etwa an den Rollen eines Transportwagens befunden, es habe keine Gefahr bestanden, dass Lebensmittel damit in Berührung kommen könnten. Wer die Roststellen gesehen hätte, hätte ihn vielleicht schief angeguckt und ihm entgegnet „Darüber regst du dich auf?“, berichtete Limberger am Mittwoch.

Der Schimmel sei an einer kleineren Stelle an einem Kühlgerät in einer Kühlanlage für Leberkäse gewesen. Solche Orte mit hoher Luftfeuchte seien prädestiniert für Schimmelbildung. Eklatant sei diese aber nicht gewesen.

Allerdings sei nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen beim Werk in Frankfurt. Gerade in den Jahren vor 2020 habe es intensive Gespräche geben müssen, weil der Betrieb nur schleppend Verbesserungen vornahm. „Da war zu viel aufgelaufen, was nicht behoben wurde“, sagte der Kontrolleur. Mittlerweile habe sich die Geschwindigkeit von Reparaturen merklich verbessert.

In der Vergangenheit musste das Unternehmen zwei Mal ein Bußgeld im niedrigen vierstelligen Bereich zahlen. Mal wurden lose Betonteile nicht fristgerecht entsorgt, mal wurde ein Verdacht auf ein nicht zum Verzehr geeignetes Lebensmittel nicht an die Behörde gemeldet.

Wilhelm Brandenburg gehört zur Supermarktkette Rewe. Auf FR-Nachfrage teilt Rewe mit, dass die festgestellten baulichen Mängel aus den Jahren 2020 oder früher keinerlei Auswirkungen auf die Produktqualität, Produktsicherheit und die Arbeitssicherheit hatten. Man stehe seit Jahren im offenen und transparenten Austausch mit den zuständigen Behörden.

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