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Frankfurter Nordend: Wechsel im Café Kante

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Von: George Grodensky

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Ramesh Tharmalingam (li.) und Thomas Huck übernehmen das Café Kante. Renate Hoyer
Ramesh Tharmalingam (li.) und Thomas Huck übernehmen das Café Kante. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Die alten Inhaber gehen in den Ruhestand. Es ändert sich aber nichts, versprechen die neuen Betreiber.

Ein unscheinbarer Aushang hat die Kundschaft vorgewarnt: „Liebe Gästinnen und Gäste“ steht darauf. „Nach fast 28 Jahren sagen wir Tschüss und Danke zugleich.“ Wir, das sind die drei bisherigen Inhaber des Cafés Kante: Norbert Wolf, Hagen Knaack, genannt Hacky, und Hartmut Meinecke, Spitzname Habbu. Das Trio geht in den Ruhestand. Das Alter, heißt es zur Begründung. Dort, wo die Kantstraße auf den Musikantenweg trifft, nahe des Merianplatzes, leiten künftig Thomas Huck und Ramesh Tharmalingam die Geschicke des Cafés.

Die Neuen sind so neu allerdings nicht. Sie gehören schon länger zum Team, Tharmalingam arbeitet seit 2005 dort. Wie das neue Konzept aussehe? Er lacht. „Das ist von allen die erste Frage“, sagt er. Seine Antwort: „Es bleibt alles so, wie es ist. Wir machen genauso weiter.“ Zumindest die nächsten zehn bis 15 Jahre, verspricht er. Ziel sei, die Kundschaft zufriedenzustellen.

Die ist in Sachen Kaffeehauskultur ein bisschen konservativ. „Hier ist die Zeit stehengeblieben“, das sagen Stammkunden und -kundin-nen gerne und meinen es als dickes Lob. Die Patina wird auch oft gerühmt und dass der Betrieb in Rufweite der pulsierenden Berger Straße eben nicht jedem Trend verzweifelt hinterherhechelt.

Eine Art offizielle Übergabe haben die alten und neuen Betreiber am Mittwoch gefeiert, knurrig zwar, aber immerhin, so viel Event muss sein. Im kleinen Außenbereich kredenzen sie an Stehtischen Plätzchen und roten und weißen Glühwein. „Sehr lecker“, urteilt eine Gästin.

Stammkundinnen und -kunden überreichen den Pensionären sogar kleine Geschenke. Und sie müssen ihr Buch signieren. 2015, zum 20. Geburtstag des Cafés, hat ihnen die Kundschaft einen Band voller Geschichten, Gedichte und Anekdoten rund ums Café Kante geschenkt. Kommentar von Hacky damals: „Es ist doch nichts Besonderes. Wir sind einfach normal geblieben.“ Gerade das könnte man dann wohl das Geheimnis des Erfolges nennen.

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