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Auch das Naturfreundehaus im Gallusviertel hat zu.

Beschränkungen

Frankfurter Naturfreunden brechen die Kontakte weg

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Die Arbeit der Frankfurter Naturfreunde ist durch Kontaktbeschränkungen beinahe zum Erliegen gekommen. Ein Beispiel dafür, wie Corona soziale Organisationen beeinträchtigt.

Frankfurt als sichere Hafenstadt für Geflüchtete, die geplante U-Bahntrasse unter dem Grüneburgpark: Unter normalen Umständen wären das Themen, über die die Frankfurter Naturfreunde in ihrer Mitgliederversammlung mit Verve diskutiert und anschließend gemeinsame Anträge an die Stadt formuliert hätten. Aber es ist wie an so vielen Stellen zurzeit: Corona macht’s unmöglich.

Der Naturfreundeverband, international engagiert für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur, sieht seine Arbeit „extrem erschwert, wenn nicht ganz unmöglich gemacht“. Drei Naturfreundehäuser in Frankfurt, 400 in der ganzen Republik sind bis auf weiteres geschlossen. Schulprojekte, Fahrten. Kinder- und Jugendprojekte etwa in den Osterferien – alles liegt auf Eis. Konferenzen und Versammlungen gibt es nur digital.

„Das intensive soziale Miteinander im Geist von gegenseitiger Verantwortung, Verantwortung für die Gesellschaft, bleibt auf der Strecke“, beschreibt die Vorsitzende Claudia Lenius, was nicht nur die Naturfreunde, sondern viele soziale Organisationen jetzt umtreibt. „Die wichtigen Kontakte zu den Kindern und Jugendlichen brechen weg und werden nach der Krise sicher nur sehr mühsam wieder aufgebaut werden können.“ Der Kontakt zu den älteren Mitgliedern sei momentan extrem schwierig,

So bleibt die Hoffnung, dass bald wenigstens kleine Gesprächsrunden im Freien möglich werden, zur Kontaktpflege und zum Gedankenaustausch. Bis dahin stellt der Vorstand seine Forderungen ohne offiziellen Beschluss der Mitgliederversammlung: Die Stadt möge sich „ungeachtet der blockierenden Landes- und Bundespolitik als sichere Hafenstadt“ erklären und mehr geflüchtete Menschen aufnehmen. „Wir stehen gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Rechte haben“, heißt es in der Antragsbegründung. Es gelte, die Fluchtursachen Krieg, Klimawandel und soziale Schieflagen zu bekämpfen.

Außerdem sprechen sich die Naturfreunde vehement gegen einen Ausbau der U-Bahnlinie 4 unter dem Grüneburgpark, dem Palmen- und dem Botanischen Garten aus. Sie fordern stattdessen eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die verschiedenen Streckenvarianten – und in diesem Zuge auch einen neuen Gesamtverkehrsplan. Er soll den Klimawandel berücksichtigen sowie Radfahrer, Fußgänger und ÖPNV gegenüber dem motorisierten Individualverkehr bevorzugen.

Thomas Stillbauer

Die Frankfurter SPD plant, die Berliner Straße von vier auf zwei Spuren zu reduzieren. Die CDU widerspricht vehement.

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