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Frankfurter Museumsuferfest: „Das Fest der Feste“ ist zurück

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Von: Kathrin Rosendorff

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2019 fand das bisher letzte Museumsuferfest statt. Dann kam Corona.
2019 fand das bisher letzte Museumsuferfest statt. Dann kam Corona. © Rolf Oeser

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause gibt es ab Freitag in Frankfurt wieder drei Tage lang Kultur in vielen Facetten beim Museumsuferfest.

Frankfurt – Es wird das allererste Museumsuferfest nach zwei Jahren Corona-Pause in Frankfurt sein: „Wir wollen wieder über eine Million Gäste haben“, sagt Thomas Feda, der Geschäftsführer der städtischen Tourismus und Congress GmbH (TCF) am Freitag bei der Pressekonferenz im Jüdischen Museum. Er ist, wie alle Beteiligten, super euphorisch, 5,8 Kilometer Laufstrecke lang sei das Angebot allein am Mainufer.

Feda freut sich auf das „Fest der Feste“, das ohne Einschränkungen, ohne Maskenpflicht stattfinden wird: Wer sich im Gedränge am Mainufer unwohl fühle, könne Maske tragen. Und ja, auch das beliebte musikalische Abschlussfeuerwerk wird wieder zu bestaunen sein. Trotz der Trockenheit. „Das Feuerwerk findet ja auf dem Main statt, das Risiko einer Brandgefahr ist sehr gering“, sagt Feda.

Drei Tage lang können die Besucher:innen ab kommenden Freitagabend (26. August) bis Sonntagabend (28. August) viel erleben: 24 Museen geben, wie es Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) formuliert, „mit großem organisatorischem Aufwand und vielen kreativen Blickwinkeln“ Einblicke in ihre Häuser und Gärten. 400 Stände an beiden Ufern des Mains, davon 160 mit Gastroangebot von koreanisch bis polnisch.

Frankfurter Museumsuferfest: Frankfurt University of Applied Sciences als Ehrengast dabei

180 sind Kunsthandwerksstände mit dem Fokus auf Upcycling. „Beeindruckend ist ebenfalls das Programm der 14 Bühnen mit Konzerten aller Genres, mit kulturellen Darbietungen, Kochvorführungen und in diesem Jahr auch mit wissenschaftlichen Experimenten.

Denn Ehrengast des Museumsuferfests ist die Frankfurt University of Applied Sciences“, sagt Hartwig. Im vorigen Jahr feierte die Hochschule ihren 50. Geburtstag. Eröffnet wird das Fest traditionell auf der Bühne des Ehrengasts am nördlichen Mainufer auf Höhe des Nizzas am Freitag um 18 Uhr.

„Es ist eine Mischung aus Stolz, Dankbarkeit und Vorfreude“, sagt der geschäftsführende Hochschulpräsident René Thiele dazu, erstmals Ehrengast zu sein. Studierende präsentierten ihre Projekte wie Roboter, die in der Pflege eingesetzt werden. Zudem planten sie den Beweis anzutreten, dass Betonboote schwimmen können.

Museumsuferfest in Frankfurt: Programm von der Night of the Profs bis hin zu Salsakursen

Bei der Night of the Profs werden Thiele und andere Professoren sich auch als DJ versuchen. „Wenn Menschen sich bewegen, hat es geklappt“, sagt er und lacht. Auch seien Meditationskurse direkt neben dem Salsakurs im Angebot.

Das Programm

Ab Freitagabend bis Sonntagabend können Besucher:innen 24 Museen, 14 Bühnen und etwa 400 Stände an beiden Ufern des Mains erleben.

Die Eröffnung findet am Freitag ab 18 Uhr auf der Bühne des Ehrengasts, der Frankfurt University of Applied Sciences, am nördlichen Mainufer auf Höhe des Nizzas statt. Den Abschluss des Festes bildet das Musikfeuerwerk auf dem Main am Sonntag um 22 Uhr.

Mit dem Kauf eines Museumsufer-Buttons , den es in allen Museen für 7 Euro gibt, erhalten Erwachsene Eintritt in alle teilnehmende Museen für die Dauer des Festes. Unter-18-Jährige haben freien Eintritt.

Ein gedrucktes Programmheft gibt es nicht. Auf der Internetseite www.museumsuferfest.de findet sich aber eine detaillierte Programmübersicht. rose

Frankfurter Museumsuferfest: Filmmuseum entführt in Unterwasserwelten

Thomas Feda betont, bei der TCF hätten sie wegen der Pandemie bis Mai gegrübelt, ob das Fest wirklich stattfinden könne, und dass alles sehr spontan habe organisiert werden müssen. „Deshalb gibt es diesmal kein gedrucktes Programmheft, sondern alles nur online.“ 90 Minuten dauert alleine die Pressekonferenz, bei der nur ein Bruchteil des Programms vorgestellt wird.

Wie das traditionelle Drachenbootrennen von der Untermainbrücke bis Holbeinsteg. Das 2020 wiedereröffnete Jüdische Museum bietet nicht nur Führungen, sondern auch mit dem Fokus auf Kinder und Familien eine Museumsrallye an. Im Städel können Kinder im neu gestalteten Garten malen wie im Mittelalter, außerdem gibt es Führungen für alle, die den Garten noch nicht kennen.

Das Filmmuseum mit seiner Sonderausstellung „Im Tiefenrausch. Film unter Wasser“ lässt Besucher:innen in Tiefseewelten abtauchen – ein begehbares Aquarium, in dem Filmausschnitte von „Der Weiße Hai“ bis „Findet Nemo“ gezeigt werden. Vor dem Museum gibt es Bastelangebote für Kinder.

Museumsuferfest: Chor- und Orgelmeilen in der Innenstadt, Glam-Synthie-Folk auf der Spanien-Bühne

Das Historische Museum bietet exklusive Führungen mit Kuratoren, aber auch eine mit dem Museumsdirektor. Für Eilige gibt es die Führung „Das ganze Museum in 45 Minuten“. Für die Teilnahme an einer Führung muss man sich beim Informationsstand anmelden. Und weil Spanien das Gastland der diesjährigen Buchmesse ist, gibt es Fiesta Flamenca im Sonnemann-Saal, ebenso Konzerte mit Flamencogitarren, Tanz und Gesang sowie Tapas auf dem Museumsplatz.

Auch auf der Bühne von Spanien am Main dreht sich alles rund um die spanische Kultur. Der Musiker Rodrigo Cuevas präsentiert exzentrischen Glam-Synthie-Folk aus Asturien. Und auf der Frankfurter Musikbühne zwischen Eisernem Steg und Untermainbrücke feiert Roy Hammer am Freitag ab 20.45 Uhr eine große Schlagerparade. Wer es musikalisch weniger exzentrisch mag, wird ebenfalls glücklich: Besucher:innen können von Kirche zu Kirche spazieren und Musik hören.

Am Samstag (16 bis 21.30 Uhr) und Sonntag (18 bis 20.30 Uhr) finden zum ersten Mal seit 2019 die Chor- und Orgelmeilen in den evangelischen und katholischen Innenstadtkirchen statt. Nacheinander ist in jeder der Kirchen zur vollen Stunde ein 30-minütiges Orgel- (Samstag) beziehungsweise Chorkonzert (Sonntag) zu hören. Die Gäste haben danach eine halbe Stunde Zeit, zur nächsten Kirche zu gehen.

Frankfurter Museumsuferfest: Stadt- und Kochgeschichte

Bereits ab Freitag ertönt im Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster der „Klang im Kloster“; los geht es mit Barockmusik. Wer stärker am Institut für Stadtgeschichte interessiert ist, kann in der Ausstellung „Abgelichtet! Stars in Frankfurt“ die neuste Leihgabe bestaunen: ein Kleid, das Liesel Christ in der Silvesterfolge der Hesselbachs trug.

Im jüngsten, komplett ehrenamtlich bespielten Museum der Stadt, dem „Deutschen Museum Kochkunst und Tafelkultur“, kann man Dinge wie einen Dönerapparat aus der Zeit um 1900 bewundern. Das kleine Museum ist versteckt auf der Zeil 83, Eingang am Holzgraben 4. Wer mag, kann sich auch gleich bewerben. Es werden dringend ehrenamtliche Helfer:innen gesucht. (Kathrin Rosendorff)

Gute Nachrichten: Frankfurt wird mittlerweile von fast so vielen Touristen besucht, wie vor der Corona-Pandemie.

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