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Mainkai in Frankfurt: Ab August 2019 dürfen zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke keine Autos mehr fahren.

Sperrung des Mainkai

Frankfurter Mainkai wird für Autos gesperrt

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Achtung Autofahrer: Das nördliche Mainufer wird ab 30. Juli für den Verkehr gesperrt. Wir haben alle Informationen zusammengestellt.  

Der Mainkai in Frankfurt wird ab Dienstag (30. Juli) für Autos gesperrt. Das nördliche Mainufer zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke ist dann allein Fußgängern, Rad- oder Rollerfahrern vorbehalten. 

Die Stadt will ein Jahr lang testen, welchen Effekt die Sperrung des Mainkais für den Verkehr in Frankfurt hat. Wir haben die wichtigsten Informationen zur Sperrung des Frankfurter Mainkais für Sie zusammengestellt. 

Von wann bis wann ist der Mainkai in Frankfurt gesperrt?

Vom Dienstag, 30. Juli 2019 bis zum 30. August 2020, also vom Beginn des Mainfests 2019 bis zum Ende des Museumsuferfests 2020. Der Zeitraum gilt als Test, wie sich die Sperrung – der Magistrat nennt sie übrigens „Öffnung für den Fuß- und Radverkehr“ – auf Mensch und Verkehr auswirkt.

Warum wird der Mainkai gesperrt?

Die Stadt Frankfurt erlebt eine erhebliche Aufwertung des öffentlichen Raums. Die Politik will den Bürgern Grünanlagen und Plätze zurückgeben, die sie lange Zeit für Autofahrer reserviert hat, so wie in der Vergangenheit schon beispielsweise Zeil, Freßgass, Hauptwache und die unmittelbaren Mainufer. „Identitätsstiftender Raum“ soll entstehen. Ein Wandel in der öffentlichen Meinung hat dazu beigetragen: Viele Stadtbewohner steigen aufs Rad um und verlangen Raum für Lebensqualität.

Welcher Bereich am Frankfurter Mainufer ist gesperrt?

Im Westen stehen die Barrieren an der Untermainbrücke; dort müssen Auto- und Kraftradfahrer nach rechts über die Brücke nach Sachsenhausen oder nach links über die Neue Mainzer Straße zum Willy-Brandt-Platz fahren. 

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Im Osten ist die Alte Brücke die Grenze; man kann nur rechts in die Kurt-Schumacher-Straße abbiegen. Ausnahme: Der Bus-Zubringerverkehr für Passagiere der Mainschifffahrt darf auf Antrag bis zur Straße Zum Pfarrturm weiterfahren, und wer aus dem Parkhaus Dom/Römer kommt, darf in der Gegenrichtung aus der Sperrzone hinausfahren.

Wird man noch parken können am Mainkai?

Es gibt dort keine Parkplätze. Für Anwohner, die Privatparkplätze haben, finanziert die Stadt während der Testphase 17 Stellplätze im Parkhaus für insgesamt knapp 40.000 Euro – der teuerste Posten des gesamten Projekts.

Wer kam auf die Idee?

Die Idee geht zurück auf die 70er Jahre. Damals brachte das Stadtplanungsamt 1975 einen Entwurf in Umlauf, der die Schließung all jener Verkehrswege anbahnte, die inzwischen Fußgängerzone sind. Auf dieser Liste gibt es nur eine Fläche, auf der 2019 immer noch Autos fahren: den Mainkai. Die Diskussion darüber verstummte nie. Sogar eine Untertunnelung für Autos war im Gespräch, aber technisch nicht umzusetzen: Es fehlte einfach an Flächen, an denen dieser Tunnel wieder aus der Erde hinaufführen könnte, berichtete Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Dass es nun nach all den Jahren zum Versuchslauf kommt, halten sich Oesterling und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zugute.

Was gibt es am Frankfurter Mainkai alles zu erleben?

Die Möglichkeiten sind schier unendlich, Ideen sind gefragt, Kinder dürfen Zeichnungen einreichen, was sie sich wünschen. Fest steht, dass die vorhandene Gastronomie den autofreien Außenbereich bewirtschaften darf, es sollen aber keine neuen Restaurants entstehen. 

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Das Planungsbüro Albert Speer und Partner kann sich urbanes Gärtnern dort vorstellen, die sogenannten Grünen Zimmer im Sommer, Flohmärkte, Kunstaktionen, Workshops. Was nicht entstehen soll: eine Partymeile. Anwohner sollen ihre Ruhe behalten – soweit das im Zentrum einer wachsenden Großstadt möglich ist.

Gibt es vergleichbare Pläne in und um Frankfurt zu Straßensperrungen?

Das Neubaugebiet Bonames Ost soll beispielsweise ein autofreier Stadtteil werden. Vorbilder finden sich auch weiter entfernt: etwa die Düsseldorfer Rheinuferpromenade, das Pariser Seine-Ufer, das Leben an Rhone und Saone in der Frankfurter Partnerstadt Lyon oder auch die Aufenthaltsqualität am Wasser im dänischen Aarhus.

Wer entscheidet, ob der Test in eine Dauerlösung mündet?

Die Stadtverordneten. Während der 13-monatigen Sperrung werden zahlreiche Verkehrsdaten gesammelt, drei Universitäten in Frankfurt, Offenbach und Darmstadt entwerfen Pläne für die Zukunft. Am Ende muss die Politik daraus ihre Schlüsse ziehen, ob der Test erfolgreich war und eine dauerhafte Fortsetzung sinnvoll ist.

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Der Frankfurter Mainkai wird für den Autoverkehr gesperrt. Ab dem 2. August 2019 müssen sich die Fahrer von Kraftfahrzeugen neue Wege suchen - oder auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen. Das gefällt nicht jedem. Bei manchem Autofahrer stößt die Sperrung des Mainkais auf Unverständnis. 

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