Stadtplanung

Frankfurter Magistrat lässt neues Gewerbegebiet prüfen

  • Georg Leppert
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Für die Versiegelung von Flächen in Nieder-Eschbach soll der Grüngürtel wachsen. Im zuständigen Ortsbeirat regt sich Widerstand.

Die Stadtregierung will das Gewerbe in der Stadt stärken. Der Magistrat hat dazu am Freitag ein Programm zur Entwicklung von entsprechenden Flächen verabschiedet. Es sieht vor, dass bestehende Gewerbegebiete gesichert werden. Zudem ist ein neues Areal geplant.

So lässt der Magistrat prüfen, ob nördlich des Ikea-Einrichtungshauses in Nieder-Eschbach ein Gewerbegebiet entstehen könnte. In der Diskussion ist eine Fläche von zehn bis 30 Hektar. Dafür müssten allerdings Felder versiegelt werden. Insbesondere die Grünen stimmten diesen Plänen nur zu, da im Gegenzug der Grüngürtel erweitert werden soll. Sollte es zur Ausweisung des Areals als Gewerbegebiet kommen, würden ausreichend Freiflächen erhalten bleiben, die dann in den Grüngürtelpark Nieder-Eschbach integriert werden sollen, teilte der Magistrat mit.

Eine Entscheidung für das Gewerbegebiet sei mit dem Prüfauftrag noch nicht gefallen, betonen die Grünen im Römer: „Er wird näher untersuchen, für welches Gewerbe diese Fläche genutzt werden kann, und möglicherweise auch zu dem Ergebnis kommen, dass die untersuchte Fläche für ein Gewerbegebiet ungeeignet ist oder entfallen kann.“

Die Stadtverordneten müssen dem nun beschlossenen Programm noch zustimmen, doch Widerstand dürfte es vor allem im Ortsbeirat 15 geben, der für Nieder-Eschbach zuständig ist. Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen waren bereits im August in den Planungsausschuss der Stadtverordneten gekommen und hatten dort gegen ein weiteres Gewerbegebiet demonstriert. Sie sprachen sich gegen die Versiegelung von Flächen aus. Außerdem befinde sich das vorgesehene Areal nah an den Wohngebieten, und der Stadtteil leide jetzt schon unter dem vielen Verkehr. „Wir wissen, dass dies fraktionsübergreifend in Nieder-Eschbach weitere Diskussionen auslösen wird, halten aber diesen Prüfauftrag dennoch für sinnvoll“, sagte Uli Baier, planungspolitischer Sprecher der Grünen im Römer.

Ziel des Entwicklungsplans ist es, die Bedeutung des Gewerbes bei der Stadtplanung hervorzuheben. „Das ist vor dem Hintergrund vielfältig gestiegener Flächenansprüche durch eine wachsende Bevölkerung wichtig, um Arbeitsplätze aus Industrie und Handwerk in der Stadt erhalten zu können“, sagte Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU).

Für eine Reihe von Gewerbegebieten sollen Bebauungspläne aufgestellt werden, mit denen der Magistrat insbesondere festlegen will, wie groß der Abstand zur Wohnbebauung sein muss. Dieser beträgt je nach Art des Gewerbes zwischen 100 und 500 Metern.

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