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Frankfurter Lauf für mehr Zeit: Teilnehmerzahl stark rückläufig

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Von: Jürgen Streicher

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Das Publikum kam zahlreich und feuerte jede Läuferin und jeden Teilnehmer an.
Das Publikum kam zahlreich und feuerte jede Läuferin und jeden Teilnehmer an. © Michael Schick

Nach der Corona-Pause machen nur rund 1700 Menschen beim Lauf für mehr Zeit mit. Bis zur Rückkehr auf 4000 ist es ein weiter Weg und auch die Einnahmen schwinden.

Eigentlich ist es egal, wie schnell Theresa Paul ins Ziel kommt. Es geht ja „um den Spaß und die gute Sache bei diesem schönen Wetter“. Na gut, die schnellste Frau im Team des Frankfurter Anwaltsvereins zu sein, wäre schon schön. So ungefähr knapp unter 26 Minuten für fünf Kilometer, das würde die junge Frau im unauffällig schlichten Trikot ihrer Gilde richtig freuen. Mit der Freundin Michaela Strauß ist sie beim „Lauf für mehr Zeit“ unterwegs, um die Aids-Hilfe zu unterstützen. Eigentlich kicken sie lieber beim FC Gutes Ding im Ostpark, Dabeisein bei diesem Lauf ist für das Duo „Ehrensache“.

Ganz klar, wichtiger als der sportliche Erfolg ist zwischen Opernplatz und Opernplatz auf fünf Kilometer Länge der Wettkampf im Dienst der guten Sache, für die hier am Sonntag alle antreten. Ziemlich viele laufen die Runde über Eschenheimer Turm, Konstabler Wache, Hauptwache und Goetheplatz sogar zweimal. Motto: Mehr Lauf für’s gleiche Startgeld, mehr Lauf für mehr Zeit. Egal wie viele Kilometer am Ende in der persönlichen Bilanz stehen, wer an den Start geht, setzt ein Zeichen für die Aids-Hilfe. Mit dem Startgeld und natürlich mit seinem Bekenntnis zur Arbeit des eingetragenen Vereins und seinem ambulanten Pflegedienst, dem Regenbogendienst.

Ein buntes Spektakel im Herz der Stadt ist das mal wieder, überall treffen sich Gruppen im gleichen Outfit zum gemeinsamen Lauf, Anwälte eben und Gymnasiasten, Mitarbeitende des Paul-Ehrlich-Instituts, Semi-Profis und Hobbyläufer:innen, Firmenläufer und grellbunte Beschäftigte eines Baumarktes, die sich mit dem Motto „Schweiß, Tränen, Triumphe!“ anfeuern.

Wie viele eigentlich, wer weiß das schon. „Fragen Sie mal die Frau Pilger, die weiß alles“, rät einer der vielen Volunteers, die ihre Zeit am Stand für die Nachmeldungen der Aids-Hilfe schenken. Davon werden viele gebraucht beim „Lauf für mehr Zeit“. Überall eigentlich, am Start, am Ziel, an den Ständen, auf der Strecke, ein Tag des Ehrenamts dieser Lauf bei seiner ungefähr 25. Auflage in Echtzeit, abzüglich der zwei Corona-Jahre. Kein Wunder, dass ein Neustart nötig ist nach den schon fast Traumzahlen mit über 4000 Läuferinnen und Läufern in der Zeit davor über die fünf verschiedenen Distanzen. Die sind geblieben, Frau Pilger von der Aids-Hilfe, die alles weiß und mit Vornamen Anika heißt, meldet kurz vor dem Start des ersten Hauptlaufes über fünf Kilometer knapp 1700 Angemeldete inklusive Nachmeldungen. Sie weiß das, weil sie Projektleiterin ist und alles im Griff hat.

„Ja, wir versuchen wieder langsam hochzukommen“, sagt der Kollege am benachbarten Stand, der die Finisher-Shirts verteilt. Corona, das hat richtig reingehauen. Da fehlt plötzlich viel Geld in der Kasse der Aids-Hilfe, weniger Läufer:innen, weniger Startgeld-Einnahmen, beim letzten CSD fiel die Tombola aus, überall Verluste. Gut, dass es da noch besondere Spendenläufer:innen gibt, die eigene Aktionen im Vorfeld gestartet haben. Wie etwa Herr Knoll mit seinem Projekt „Albrechts Lauf für mehr Zeit“. Über 5700 Euro für Projekte der Aids-Hilfe hat er vorab eingesammelt, die flotten Jungs der „Regenbogencrew“ („Helft uns, bleibt bunt“) mehr als 3000 Euro, so kamen durch solche Aktionen schon vor dem Start 20 000 Euro zusammen.

Wenig Zeit zu verschenken hatte übrigens der Spitzenläufer auf dem eckigen Fünf-Kilometer-Kurs, er war nach rekordverdächtigen 14:40 Minuten schon wieder im Ziel. Da war Theresa Paul aus dem Anwalts-Team noch weit entfernt von Urkunde und Medaille. Aber am Ende mit 23 Minuten und ein paar Sekunden doch mit einer Super-Zeit und einem zufriedenen Lächeln im Gesicht zurück am Opernplatz.

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