Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Auf dem Erlenhof der Familie Walther bleiben die Kälber beim Muttertier und können auf die Weide.
+
Auf dem Erlenhof der Familie Walther bleiben die Kälber beim Muttertier und können auf die Weide.

Ernährung

Frankfurter Landwirte vor Herausforderungen

Lokale Bauern versuchen den Spagat zwischen Öko und Industrie. Der wirtschaftliche Druck macht vielen zu schaffen.

Es wirkt fast schon ein bisschen zu idyllisch, wenn die neugeborenen braun-weiß gefleckten Kälber nahe an der Mutter über die Wiese laufen. Im Hintergrund lässt sich schemenhaft die Stadtsilhouette erahnen, denn auch wenn’s rundherum grün ist, befindet sich der familiengeführte Erlenhof noch im nordöstlichsten Teil des Frankfurter Stadtgebiets.

Der Hof der Familie Walther mit rund 134 Rindern, 36 Mastschweinen, 125 Hektar Anbaufläche und Hofladen ist kein Ökobetrieb. Und dennoch versuchen die Betreiber einen Bogen zu spannen, der nachhaltige Landwirtschaft mit konventioneller vereinbaren lässt – ein Spagat, an dem in erster Linie die Wirtschaftlichkeit des Betriebs hängt.

Während die hessische Landwirtschaft in diesem Jahr aufgrund der Nässe auf eine unterdurchschnittliche Getreideernte blickt, muss sie sich gleichzeitig mit den Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Michael Schneller, Vorsitzender des Frankfurter Landwirtschaftlichen Vereins, spricht von einer Lücke, die sich gerade in der landwirtschaftlichen Entwicklung auftut: „Es werden Veränderungen gefordert, aber der Markt gibt diese noch nicht her.“

Mehr Tierwohl, Klima- und Artenschutz seien einige der wichtigsten Herausforderungen, mit denen sich Landwirtinnen und Landwirte konfrontiert sehen. Aber auch die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher nach mehr regionalen und biologischen Produkten sei zu spüren. Klaus Erdle, stellvertretender Leiter des Amts für den ländlichen Raum in Bad Homburg, betont, es gebe Bemühungen zum Beispiel im Anbau neuer Pflanzenkulturen. „Es wurde versucht Kichererbsen anzubauen, aber wegen der Witterung hat das noch nicht geklappt.“

Problem Siedlungspolitik

Ein zusätzliches Problem für die Landwirtschaft in Frankfurt sei die Siedlungspolitik. „Nach wie vor wird in Hessen alle drei Sekunden ein Quadratmeter Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen“, betont Schneller. Dort könne dann kein Essen angebaut werden. Aber auch teure Maschinen seien eine langfristige Investition. Landwirt Walther setzt beim Ackerbau auf die Industrie. Auf seinem Hof steht ein Traktor mit einer Kartoffelerntemaschine. Das massige Gerät erntet binnen zwei Stunden eine Lkw-Ladung und kostet den Landwirt 300 000 Euro in der Anschaffung. Die Kartoffeln, die fast die Hälfte seiner gesamten Ackerfläche einnehmen, werden zu Pommes und Chips verarbeitet.

Mit solchen Investitionen könne man nicht auf kurzfristige Neuerungen reagieren, sagt Erdle: „Die Landwirtschaft braucht vonseiten der Politik mehr Planungssicherheit, um zukünftige Investitionen zu tätigen und die Betriebsabläufe anzupassen.“ (EILEEN KELPE)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare