Frankfurt

Veranstaltungen werden kleiner

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die Eröffnungen für das Jüdische Museum in Frankfurt und das Lesefestival „Frankfurt liest ein Buch“ sollen mit wenigen Gästen stattfinden.

Trotz der raschen Verschärfung der Corona-Pandemie versucht die Stadt, wichtige kulturelle Ereignisse zu retten. So soll die geplante Eröffnungsfeier für das neue Jüdische Museum am 20. Oktober stattfinden, allerdings drastisch verkleinert. Auch an der Festveranstaltung zum Auftakt des Lesefestivals „Frankfurt liest ein Buch“ am 24. Oktober und am folgenden Lesefest hält die Kommune bisher fest. Allerdings soll hier erst am 19. Oktober eine endgültige Entscheidung fallen.

Am Festakt in der Alten Oper zur Eröffnung des Jüdischen Museums dürfen nur noch 80 geladene Gäste teilnehmen, wie Museums-Sprecherin Sarah Fischer sagte. Als zentrale Rednerin ist die Schriftstellerin Gila Lustiger vorgesehen, die Tochter des Holocaust-Überlebenden und Historikers Arno Lustiger. Er war im April 1945 bei einem KZ-Todesmarsch den SS-Aufsehern entkommen und hatte nach dem Ende der Nazi-Herrschaft bis zum seinem Tod 2012 in Frankfurt gelebt. Lustiger gründete mit anderen die Jüdische Gemeinde in Frankfurt neu. Seine Tochter Gila Lustiger, die in Paris lebt, hat sich in ihren Romanen auch mit dem Schicksal der jüdischen Holocaust-Überlebenden auseinandergesetzt. Zweiter Hauptredner in der Alten Oper ist der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD).

Lothar Ruske, der Organisator des Lesefestivals „Frankfurt liest ein Buch“, geht derzeit davon aus, dass das Fest vom 24. Oktober bis 1. November stattfinden kann. Eine endgültige Entscheidung werde das städtische Gesundheitsamt erst am Montag treffen, sagte er. Die Eröffnungs-Veranstaltung in der Deutschen Nationalbibliothek am 24. Oktober ist auf Geheiß der Stadt Frankfurt bereits von 380 auf 85 geladene Gäste verkleinert worden. „Wir wissen noch nicht, ob es dabei bleiben kann“, erklärte Ruske. Im Mittelpunkt des Lesefestes soll in diesem Jahr das Buch „Rosemarie“ von Erich Kuby stehen, ein kritisches Zeitpanorama um die 1957 in Frankfurt ermordete Edel-Prostituierte Rosemarie Nitribitt. Der Journalist Kuby hatte den Roman unter dem Titel „Rosemarie des deutschen Wunders liebstes Kind“ bereits im Jahre 1958 veröffentlicht. Erst ist jetzt neu beim Schöffling Verlag erschienen.

Gegenwärtig sind bei „Frankfurt liest ein Buch“ noch 63 Veranstaltungen vorgesehen, zwei wurden bereits abgesagt. Für die Lesungen, Diskussionen und musikalischen Darbietungen sollen die Corona-Regeln mit einem Mindestabstand im Publikum von 1,50 Meter und der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Erreichen des Sitzplatzes gelten.

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