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Die Frankfurter Künstlerin Cornelia F Ch Heier in ihrem Atelier vor einer ihrer Arbeiten.
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Die Frankfurter Künstlerin Cornelia F Ch Heier in ihrem Atelier vor einer ihrer Arbeiten.

Kultur in Frankfurt

Frankfurter Künstlerin: Ein Leben zwischen Extremen

  • Anja Laud
    vonAnja Laud
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Die Frankfurter Künstlerin Cornelia F Ch Heier spricht über ihre Arbeit in der Corona-Pandemie und über ihren Umzug ins Atelier Frankfurt.

Faltschiffe in unterschiedlichen Größen und Formen, aus weißem oder farbigem Papier, aus alten Buchseiten oder geografischen Karten stehen im Atelier von Cornelia F Ch Heier. Sie faltet die – vielen Menschen aus ihrer Kinderzeit bekannten – einfachen Dampfer aus den unterschiedlichsten Papierblättern oder -stücken und stellt sie zu einer Installation zusammen. Auch wenn dieses Kunstwerk wegen der Corona-Pandemie vorerst nicht in einem Museum zu sehen sein wird, setzt sie trotzdem ihre künstlerische Arbeit unbeirrt fort. „Ein Künstler ohne Ausstellung und ohne Publikum verliert die Relevanz, die er für seine Arbeit braucht. Man muss jetzt in der Pandemie alles neu denken“, sagt die Frankfurter Künstlerin.

„Que sera, sera“, „was sein wird, wird sein“ hat Heier die Installation mit den vielen großen und kleinen Schiffen überschrieben. Die einfache, für jeden als Schiff erkennbare Form hat es ihr angetan. Sie faltet die Schiffchen nicht nur, sie ritzt deren Form auch auf Karton, so dass daraus Bilder entstehen. Das Schiff als Symbol interessiert sie wegen seiner Widersprüchlichkeit. „Es steht für Aufbruch und Freiheit, aber auch für Untergang und Tod“, sagt sie und verweist auf das Schicksal von Flüchtlingen, die sich in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Booten auf das Meer begeben, und dort nur allzu oft sterben.

Ein Leben zwischen zwei Extremen, „zwischen Stop and Go“ sei das vergangene Jahr für Kulturschaffende wie sie gewesen, sagt die Frankfurterin. Ausstellungen brachen weg, Projekte konnten begonnen, aber teilweise nicht zu Ende geführt werden, wie beispielsweise ihre Arbeit als Schul-Künstlerin an der IGS 15, einer Schule in Höchst. 2020 war aber für die 58-Jährige, die Mitglied im Kunstverein Eulengasse ist, kein verlorenes Jahr. Das liegt an ihrem besonderen Ansatz.

Heier geht seit Jahrzehnten mit ihrer Kunst in den öffentlichen Raum, um diese Menschen zugänglich zu machen, die nicht unbedingt Museen oder Salons besuchen. Vielen Frankfurtern ist sie durch die Skulptur „Liebe“ bekannt, die das Wort in großen dreidimensionalen Buchstaben darstellte und bis 2018 am Ende der Friedberger Anlage stand.

Frankfurt als Freiluft-Galerie

Im vergangenen Sommer machte Heier Frankfurt zu einer Freiluft-Galerie, in der Kunstinteressierte coronakonform ihre Kunstwerke anschauen konnten. Nicht zum ersten Mal. Seit 2002 zeigt sie im Stadtgebiet alle zwei bis drei Jahre immer in den Sommermonaten an Litfaßsäulen, Werbetafeln sowie Plakatwänden in U- und S-Bahnhöfen stark reduzierte Schwarz-Weiß-Porträts von Prominenten. Im August und September waren neben Bildern von starken Frauen wie der US-amerikanischen Schauspielerin Jane Fonda auch zwielichtige Politiker wie Donald Trump zu sehen.

Die 58-Jährige beteiligte sich auch an dem 18 Meter langen und 3,25 Meter hohen Wandgemälde, das über 40 Künstlerinnen und Künstler im Dezember im Ausstellungssaal des Kunstvereins Familie Montez im Bogen der Honsellbrücke als Gesamtkunstwerk schufen, um künstlerisch das so außergewöhnliche Jahr 2020 zu verabschieden. Sie malte Segelschiffe auf die Leinwand, ähnlich denen, die sie aus Papier faltet. Ein Austausch unter den Künstlerinnen und Künstlern, die an diesem Projekt beteiligt waren, war wegen der geltenden Hygieneregeln nicht möglich. Damit sich niemand begegnete, bekam jeder der an dem Wandgemälde mitarbeitete, einen Termin zugewiesen.

Das Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen sei aber in Zeiten, in denen es kaum Kontakt zum Publikum gebe, besonders wichtig, sagt die Künstlerin. Deshalb freut sie sich, dass sie im Sommer ihren Arbeitsraum im Kunst- und Kulturbunker an der Schmickstraße gegen einen im Atelier Frankfurt eintauschen konnte. Das Haus in der Schwedlerstraße gilt mit 130 Ateliers als das größte Kunstzentrum seiner Art in Hessen. „Dort findet man immer jemanden, mit dem man draußen in gehörigem Abstand und mit Maske sprechen kann“, sagt sie.

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