Grüne-Soße-Festival

Frankfurter Kräutergala als Hoffnungspflänzchen

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Das komprimierte Grüne-Soße-Festival könnte Vorbild für andere Kulturformen sein. Große Zufriedenheit nach der Show im Frischezentrum.

Die sieben Kräuter bereiten sich auf den Winterschlaf vor – es lebe die Grüne Soße. In diesem Jahr hat es das traditionelle Frühlingselixier, Zauberspeise der Frankfurter, in der öffentlichen Wahrnehmung bis in den Herbst geschafft, der Grüne-Soße-Gala vom zweiten Oktoberwochenende sei Dank. Das Veranstaltungsteam zieht nun zufrieden Bilanz.

„Unser Konzept ist wunderbar aufgegangen“, freut sich Maja Wolff, die das Grüne-Soße-Festival gemeinsam mit Torsten Müller einst gegründet hat. „Es haben uns viele begeisterte Reaktionen von Zuschauern und Gastronomen erreicht. Das hat für viele Mühen entlohnt.“

Acht Tage lang jeden Abend Rambazamba und Soßenwettbewerb im Festzelt in der City: So lief das Festival in den vergangenen zwölf Jahren. 2020 sagte Corona: diesmal nicht. Also heckten Wolff und Müller das Konzept für eine Gala aus, die die Künstlerinnen und Künstler an einem Abend auf die Bühne des Frischezentrums in Kalbach brachte – und auf die Bildschirme und Mobiltelefone aller, die im Internet dabei sein wollten.

Das kam an: 30 Gaststätten und Restaurants übertrugen das Spektakel live, nicht nur in Frankfurt, auch in Darmstadt, tief in der Wetterau und im Taunus. Mehr als 1000 Zuschauerinnen und Zuschauer waren in der Gastronomie dabei – und etwa 4500 per Onlinestream in der ganzen Welt. „Es haben uns Reaktionen aus ganz Deutschland, aber auch aus Vancouver, Lissabon, Bozen und New York erreicht“, berichten Wolff und Müller. Grüne-Soße-Gala der unbegrenzten Möglichkeiten.

Im Frischezentrum, Umschlagplatz für Kräuter und Gemüse, waren Honoratiorinnen und Honoratioren mit Hygieneabstand live dabei, als sich Witze-Stars von Tamika Campbell bis Bodo Bach abwechselten, und auf dem Börsenplatz moderierte Bäppi La Belle die Außenwette. Dass sie verloren ging, „tat der Begeisterung keinen Abbruch“, urteilt das Grüne-Soße-Team.

Fazit: „Alle hatten Spaß und haben sich als Teil eines großen Ganzen gesehen.“ Auch die Gastronomie habe profitiert, weil nicht nur Stammpublikum gekommen sei, sondern auch viele neue Gäste. Nicht zuletzt diente die Gala auch als Anker für die große Spendenaktion „Kräuter für Künstler“ zugunsten der Kulturschaffenden und Veranstaltungsorte, die gerade durch die Pandemie gebeutelt sind. Die Aktion läuft übrigens noch. „Es darf weiter gespendet werden“, sagt Torsten Müller. Alles dazu: www.kraeuter-fuer-kuenstler.de.

Müller sieht das dezentrale Konzept der Gala übrigens auch als Modell für andere Veranstaltungen, die wegen der Pandemie weiter auf der Kippe stehen: „Wir wollten nicht nur das Festival retten, sondern auch zeigen, welche Wege man trotz Corona-Auflagen gehen kann.“

Fürs nächste Jahr hoffen alle auf ein Festival in der gewohnten Form mit Marktplatz in der City. Der Termin steht schon: 3. bis 11. September – zur Sicherheit erst im Spätsommer.

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