Frankfurt

Frankfurter Kirchen in Corona-Zeiten: Aufs Knien verzichten

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Gläubige können wieder Gottesdienste besuchen, müssen sich aber an Vorgaben halten

Für mich ist das heute wie ein besonderer Feiertag“, freut sich Christel Trinnel. Da sie sich ihrer früheren Frankfurter Ortsgemeinde immer noch sehr verbunden fühlt, hat sie sich extra auf den Weg von Bad Vilbel zur Kirche Sankt Markus gemacht. Doch vor das Feiern hat der Pastorale Raum Nied-Griesheim-Gallus die Sicherheit gesetzt: Pastoralreferent Ralf Albensoeder geht die Anmeldelisten mit den Adressdaten durch, um die Besucher im Bedarfsfall später zurückverfolgen und benachrichtigen zu können. Und seine Frau Monika hält extra weitere selbstgenähte Masken bereit.

Ordner stehen am Eingang, um Desinfektionsmittel zu reichen und die Gläubigen bei Bedarf zu den Plätzen zu geleiten. Um den Sicherheitsabstand auch zu den Vorderreihen einzuhalten, soll auf das Knien verzichtet werden. Die konsekrierten Hostien stehen, sicher verpackt, zur geordneten Abholung auf einem separaten Tisch bereit. Solange die Gläubigen in den Bänken sitzen, dürfen sie den Mund-Nasen-Schutz zwar abnehmen, jedoch nicht singen.

Vor allem im Süden und Westen Frankfurts hatten einzelne Pfarreien bewusst auf Gottesdienste mit Voranmeldung gesetzt: Während in Sankt Hedwig und Mariä Himmelfahrt in Griesheim insgesamt rund 180 Gläubige zusammenkamen, fanden rund 150 Gläubige den Weg in die Kirchen Mutter vom Guten Rat und Sankt Mauritius in Schwanheim. „Unsere Messebesucher waren froh und dankbar, endlich wieder unter Menschen feiern zu können“, betont Pastoralreferent Hans Labonte. Die Deutschordenskirche zählte gestern rund 180 Besucher der deutschen und 150 Besucher der kroatischen Messen..

Doch an manchen Kirchorten der Innenstadt und dem Nordend ging man offenbar einen anderen Weg: „Man sagte mir im Anschluss, es handele sich in Sankt Bernhard um einen Probegottesdienst“, so Andreas Gottselig. Dem Hinweis eines Freundes hat er zu verdanken, dass er vom Wortgottesdienst gestern Mittag an seinem Kirchort erfahren hat. Aber er freute sich: „Mir ist das Herz aufgegangen, als heute unser Organist das Halleluja aus Händels Messias spielte“.

Auch für den Dom und die Sankt Leonhardskirche entschied sich die Dompfarrei Sankt Bartholomäus schließlich für einen Probelauf, nachdem dort die öffentlichen Wochenendgottesdienste erst in der nächsten Woche starten sollen.

„In den Dom kamen gestern 45 Gläubige, in Sankt Leonhard waren es 25“, erklärt Stadtdekan Johannes zu Eltz. Angekündigt waren diese Gottesdienste nicht, ein hoher Zulauf von Passanten in der Altstadt sei so vermieden worden. Doch wer kam, bestand die Probe: Für die Sicherheit gab es genügend Raum, die Kommunion konnte hier sogar in der Hand gereicht werden.

„Meines Wissens gab es keine offizielle Ankündigung des Wortgottesdienstes in Sankt Bernhard. Ich finde, die Kommunikation ist hier verbesserungsfähig“, kritisiert Gottselig. In der Liebfrauenkirche verzichtete man auf Probeläufe und startet die Gottesdienste ab Sonntag, 10. Mai sogar mit zwei weiteren Zusatzmessen, die um 9.30 Uhr und 18.30 Uhr angeboten werden. Ab dem morgigen Dienstag werden dort Eintrittskarten für bis zu 70 Plätze ausgegeben, bei Bedarf können sie auch telefonisch bestellt und zugeschickt werden.

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