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Abstimmen und die Umwelt schonen, das geht mit den Meinungsfiltern.

Umweltschutz

Kippensammler geehrt

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Das studentische Projekt „Recigs“ erhält Corona-Hilfe. Die Idee schafft einen Anreiz, Zigarettenstummel nicht auf den Boden zu werfen.

Pizza oder Pasta – was bevorzugst du beim Italiener? Wo ist abends mehr los: hibbdebach oder dribbdebach? Es gibt jede Menge Entweder-oder-Fragen auf der Welt. Seit dem vorigen Jahr stehen einige davon auf sogenannten Meinungsfiltern auch in Frankfurt. Jetzt hat das Projekt namens Recigs eine Auszeichnung erhalten: Es erhält einen Corona-Zuschuss aus der Initiative „Vereint für deinen Verein“ der Sparda-Bank.

Meinungsfilter, die FR berichtete im vorigen Jahr, sind große Aschenbecher mit zwei Einwurflöchern für Zigarettenkippen. Über jedem der beiden Löcher steht eine Antwortmöglichkeit geschrieben – also Pizza oder Pasta, beziehungsweise hibbde- oder dribbdebach –, und wer seine Kippe dort hineinwirft stimmt also ab. Zugleich tut er oder sie etwas für die Umwelt, denn jede Kippe, die nicht auf der Straße, im Grünen oder gar in einem Gewässer landet, ist eine gute Kippe. Zumindest keine ganz schlechte.

Die ganz schlechten Kippen nämlich, die achtlos weggeworfenen, vergiften die Umwelt. Ein einziger Stummel verunreinigt bis zu 40 Liter Grundwasser, informiert die Frankfurter Sauberkeitskampagne Cleanffm, die mit den Recigs-Erfindern zusammenarbeitet. Neun Meinungsfilter seien in und um Frankfurt mittlerweile in Betrieb, berichtet Recigs-Projektleiterin Rebecca Meyerhoff.

Verschmutzung durch Zigarettenstummel eindämmen

Die Idee dazu entstand in dem studentischen Verein Enactus, der soziale und ökologische Probleme nachhaltig und unternehmerisch lösen will. Vier Studierende der Goethe-Uni arbeiten an Recigs. „Ziel unseres Projekts ist es, die Verschmutzung durch Zigarettenstummel, die auf den Boden geworfen werden, einzudämmen“, sagt Rebecca Meyerhoff. Wer mitmacht, kann in den Meinungsfiltern auch beobachten, welche Säule schneller wächst: Pizza oder Pasta.

Künftig sollen die fragenden Aschenbecher auch andere Gebiete in der Republik erreichen, und die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer haben auch eine Kooperation geschlossen: Gemeinsam mit dem gleichgesinnten Verein Toba-Cycle schaffen sie eine Möglichkeit, die Zigarettenstummel zu recyceln und etwa Taschenaschenbecher daraus herzustellen. Von Cleanffm gab’s gerade einen Auftrag für weitere 20 Meinungsfilter.

Für die Auszeichnung bei „Vereint für deinen Verein“ musste sich der Meinungsfilter bei einer Abstimmung im Internet behaupten. Er schaffte es unter die besten 30 von insgesamt 263 Bewerbern. Die Auserwählten erhalten jeweils 3000 Euro Unterstützung.

Info: www.enactus.de/uni-frankfurt

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