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Frankfurter Kinder-Uni: „So schützt uns ein Piks vor Krankheiten“

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Von: Ramona Wessmann

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Im Versuch wird gezeigt, warum kein Virus Desinfektion mag.
Im Versuch wird gezeigt, warum kein Virus Desinfektion mag. © Monika Müller

Die Abschlussvorlesung der 19. Frankfurter Kinder-Uni endet mit einem Ausflug in die Virologie. Und nicht jede Kinderfrage ist leicht zu beantworten.

Wie kommen Krankheitserreger eigentlich in den Körper? Das fragt der Kinderarzt Doktor Sebastian Hoehl am gestrigen vierten und letzten Tag der diesjährigen Frankfurter Kinder-Uni. Die Antwort darauf kommt prompt aus dem Publikum: „Durch den Mund und die Nase!“ Die Corona-Pandemie hat viele Kinder bereits einiges gelehrt, das befindet auch Hoehl und betont, dass deswegen Maske tragen in pandemischen Zeiten auch so wichtig sei.

Auch andere Aspekte der Virologie werden kindgerecht erklärt. „Ihr könnt es euch so vorstellen wie beim Legobauen“, sagt Virologie-Professorin Sandra Ciesek. Sie spielt auf den Bauplan an, der sowohl bei Legosteinen als auch bei der Virusvermehrung Anwendung findet. Wenn Viren in Zellen gelangen, bauen die Zellen die Viren anhand ihrer Bauanleitung in Form von Ribonukleinsäure nach und vermehren sie so. Gar nicht so unkompliziert, weswegen der Lego-Vergleich eine kreative Hilfe für das Verstehen ist.

Die Stimmung an diesem letzten Uni-Tag für die Kinder ist überragend – so viel Applaus und begeisterte Rufe sind die Referent:innen, Sandra Ciesek, Sebastian Hoehl und Kinderarzt Christoph Königs, sonst sicherlich nicht gewöhnt. Denn Studierende sind mitunter wissbegierig, doch mehr als ein Tischklopfen zum Ende der Vorlesung kommt eher selten vor.

Das gesamte Audimax im Hörsaalzentrum ist gefüllt, es sind also mehr als 1200 Schüler:innen mit Lehrpersonal gekommen. Auch die überschwängliche Beteiligung und die Art der Fragen sind gewiss eine angenehme Abwechslung, wenn auch schwieriger zu beantworten als die konkreten Fragen von Studierenden. „Warum gibt es eigentlich Viren?“ oder „Wie sind Viren entstanden?“ sind Fragen, auf die selbst Ciesek keine Antworten weiß. Manche Dinge seien eben schon immer so gewesen, versucht sie zu erklären.

Der Vortrag zeigt auf, wie Viren aussehen, sich verbreiten und am Wichtigsten: wie man sich vor ihnen schützen kann. Nämlich mit einer Impfung. Das Referent:innen-Team hat damit sichtlich Erfolg, der Lerneffekt tritt unmittelbar ein. Schon kurz nach der Vorlesung wird Desinfektionsmittel herausgekramt, denn wie ein Experiment des Vortrags bewies, können nur Alkohol und Seife die Proteine von Mikroorganismen zerstören. (RAMONA WESSMANN)

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