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Frankfurter Kampf ums Klima

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Von: Thomas Stillbauer

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Mainwasser soll verstärkt fürs Grün genutzt werden.
Mainwasser soll verstärkt fürs Grün genutzt werden. © ROLF OESER

Der Magistrat bringt eine „Anpassungsstrategie 2.0“ auf den Weg. Sie ersetzt die erste Version, die schon erstaunlich viele Jahre auf dem Buckel hat.

Die Klimakrise verschärft sich – was der Mensch bisher dagegen tut, reicht nicht. Auch Frankfurt muss seinen Kurs korrigieren. Mit der sogenannten Frankfurter Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2.0 plant die Stadt etwa, Kaltluftschneisen stärker zu sichern, um deren Bedeutung für die Belüftung der Innenstadt in Rahmen- und Bebauungsplänen zu verankern. Das Umweltamt überprüft wichtige Neubaugebiete mit einem Klimasimulationsprogramm.

Der Paul-Arnsberg-Platz, Auftakt zu einer Reihe geplanter Entsiegelungsprojekte, kommt in der überarbeiteten Fassung der Anpassungsstrategie vor. Der Grüngürtel und die Mainufer sollen beispielgebend sein für vorausschauende gesamtstädtische Klima-Planung: Regenwasser soll in künftigen Baugebieten möglichst komplett vor Ort versickern oder zur Bewässerung dienen. Parks, Grünzüge und Alleen will die Stadt zu grünen Verbindungen verknüpfen, die Arten- und Sortenanzahl der Bäume ständig erhöhen und dabei nicht nur guten Bekannten vertrauen wie Kastanie, Ahorn, Linde und Platane, sondern auch etwa Amberbaum, Blasenesche und Zürgelbaum. Wurzelräume sollen größer und mit speziellen Substraten vorbereitet werden, damit die Bäume heißen Sommern trotzen können. Mainwasser soll zur Bewässerung „hinzugezogen“ werden.

Der Anpassungsstrategie 2.0 hat der Magistrat jüngst seinen Segen gegeben; sie ergänzt die erste Fassung aus dem Jahr 2014. „Die Anpassung an den Klimawandel ist die zentrale Aufgabe der Zukunfts- und Daseinsvorsorge in Frankfurt“, betont Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Nicht nur Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden der Menschen in Frankfurt stünden im Fokus. „Es geht um mehr: Es geht um die zentrale Frage, wie es in allen Bereichen des städtischen Lebens zukünftig weitergeht, wie sich die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger auf diese tiefgreifenden Veränderungen einstellen und wie wir Frankfurts Zukunft gemeinsam gestalten wollen.“ Für eine so dicht bebaute Stadt wie Frankfurt sei es wichtig, den Klimawandel in allen Planungen zu berücksichtigen. „Nur so kann das Leben in der Stadt sicher und attraktiv bleiben“, sagt Heilig.

122 Maßnahmen

Die Anpassungsstrategie 2.0 diene als Orientierungsrahmen. Daran mitgewirkt haben Fachleute aus den städtischen Ämtern und Betrieben in der Koordinierungsgruppe Klimawandel. Die Strategie beschreibt auf Basis der Ausgangslage bei Planung, Bauen, Grün, Mobilität, Wasser und Gesundheit insgesamt 27 übergeordnete Ziele zur Klimaanpassung, empfiehlt 42 Instrumente und 122 konkrete Maßnahmen.

Ein „Klimawandelaktionsplan“ sei in Arbeit, berichtet der Magistrat. Er soll Sofortmaßnahmen enthalten für kritische Phasen und Mensch, Tier und Pflanze vor Wetterextremen durch den Klimawandel schützen.

Zum Download gibt es die Frankfurter Anpassungsstrategie 2.0 unter

www.frankfurt.de/klimaanpassungsstrategie

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