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In der Nähe der syrischen Stadt Kobane soll Mohammed H. getötet worden sein.
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In der Nähe der syrischen Stadt Kobane soll Mohammed H. getötet worden sein.

Islamisten

Frankfurter Islamist in Syrien gestorben

Ein weiterer Islamist aus Frankfurt soll bei Kämpfen ums Leben gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt führe gegen den Mittdreißiger mit dem Kampfnamen „Abu Bilal al Maghrebi“ bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Von Martín Steinhagen

Mohammed H. war erst im Dezember aus Frankfurt in die Türkei aufgebrochen. Jetzt könnte der mutmaßliche Islamist in Syrien als Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) getötet worden sein. Das melden zumindest Islamisten im Internet. Demnach soll der Mann bei einem Luftschlag nahe der Stadt Kobane in der vergangenen Woche ums Leben gekommen sein. Bestätigen lässt sich dies bisher nicht.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt führe gegen den Mittdreißiger mit dem Kampfnamen „Abu Bilal al Maghrebi“ bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, sagte Sprecherin Doris Möller-Scheu der FR auf Anfrage.

Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörde war der in Deutschland geborene Mohammed H. im vergangenen Dezember über die Türkei nach Syrien gereist. Sein bereits gebuchtes Flugticket habe er verfallen lassen; das habe den Verdacht genährt, dass der Mann, der ohnehin beobachtet wurde, sich dort dem IS angeschlossen haben könnte.

Ob H. tatsächlich getötet wurde, konnte die Staatsanwaltschaft bisher nicht sagen. „Amtliche Stellen, die seinen Tod bestätigen könnten, gibt es in dieser Region nicht“, sagt Möller-Scheu. Manchmal meldeten sich aber die Familien von getöteten Syrien-Kämpfern. „Das kann aber oft Monate dauern“, so Möller-Scheu. Die Behörde ist aber sicher, dass Mohammed H. hinter dem Kampfnamen „Abu Bilal“ steckt.

An salafistischer Kampagne „Lies!“ beteiligt

Den Tod des Kämpfers gab der österreichische Islamist Mohamed Mahmoud auf Twitter bekannt. Das meldete der Blog „Erasmus Monitor“, der die Aktivitäten von Islamisten in sozialen Medien beobachtet. Mahmoud schrieb dem Blog zufolge auch, dass H. im Internet als „Stimme der Wahrheit“ aktiv und für die 2013 verbotene Plattform „Islamische Audios“ mitverantwortlich gewesen sein soll. Beobachter der Szene schätzen diese Information als glaubwürdig ein, überprüfen lässt sie sich aber nicht.

In Frankfurt hatte sich H. offenbar an der salafistischen Kampagne „Lies!“ beteiligt. Videos der Gruppe zeigen ihn, wie er mit einem Mitstreiter vor dem Einkaufszentrum My Zeil steht. Im Umfeld der Kampagne des Salafistenpredigers Ibrahim Abou-Nagie aus Köln hatten sich immer wieder spätere Syrien-Ausreisende bewegt.

Seit Ende 2013 sind etwa zehn junge Menschen aus Frankfurt und Umgebung in Syrien oder dem Irak als Kämpfer dschihadistischer Gruppen getötet worden. Einen jungen Kämpfer, der im „heiligen Krieg“ nicht sein Leben ließ, sondern nach Deutschland zurückkehrte, verurteilte das Frankfurter Oberlandesgericht Anfang Dezember zu drei Jahren und neun Monaten Jugendhaft. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 20-jährige Kreshnik B. sich im Herbst 2013 den IS-Milizen in Syrien angeschlossen hatte. Der Prozess in Frankfurt gegen den jungen Mann war der erste gegen einen deutschen Kämpfer der Terrorgruppe.

Insgesamt ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft derzeit gegen rund 80 mutmaßliche Islamisten aus ganz Hessen, die nach Syrien oder in den Irak ausgereist sein könnten. Auch einige Frauen seien darunter, berichtet Sprecherin Möller-Scheu.

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