Integrationszentrum

Frankfurter Integrationszentrum vermietet Räume kostenlos

  • schließen

350 Veranstaltungen hat es im neuen Integrationszentrum seit Jahresbeginn gegeben. Einnahmen durch die Vermietung der Räume hat die Stadt aber nicht. Noch nicht.

Die Vermietung von Veranstaltungsräumen im städtischen Integrationszentrum „Stadtraum Frankfurt“ hat bisher noch keine Einnahmen gebracht. Das sagte Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Montag im Römer-Ausschuss und sorgte damit bei CDU, Grünen und FDP für Irritationen. Schließlich hatte die Dezernentin zuvor lange dargelegt, dass das Zentrum gut angenommen werde und es bereits 350 Veranstaltungen seit Beginn des Jahres gegeben habe. „Das Haus ist aber noch nicht offiziell eröffnet und im Testbetrieb“, sagte Weber. Möbel fehlten etwa noch, daher nehme man bei Vermietungen kein Geld. Uwe Paulsen (Grüne) war davon überrascht. „Bis zur Eröffnung im März können Veranstaltungen kostenlos abgehalten werden? Es wird doch aber Wasser und Strom dabei verbraucht.“

Um Leerstand im Integrationszentrum an der Mainzer Landstraße hat es in den vergangenen Tagen Diskussionen gegeben. Das Zentrum soll Einrichtungen unter einem Dach vereinen, die sich um die Integration von Migrantinnen und Migranten kümmern. Auf den 15 000 Quadratmetern arbeiten bisher nur etwa 100 Leute. Die Grünen wünschten sich daher eine schnellere Vermietung im Zentrum. „Es muss genutzt werden, damit die Kosten gerechtfertigt sind“, sagte Paulsen. Nur bei einer optimalen Nutzung, könnten auch Synergieeffekte entstehen.

Den Mietvertrag gibt es seit November 2017. Er läuft über 20 Jahre und es gibt insgesamt Kosten von 56 Millionen Euro. Zunächst wurde umgebaut, Anfang 2019 zog das Amt für multikulturelle Angelegenheiten ein. „Wir zahlen aber erst seit Mai Miete“, stellte Weber klar. Noch nicht alle Nutzer sind in das Gebäude eingezogen. „Aber alle 116 Büroräume sind dauerhaft belegt.“ Die Hälfte der Fläche seien jedoch Veranstaltungsräume. „Deshalb ist es unfair, die Zahl der Mitarbeiter auf die Gesamtfläche umzurechnen.“

Und die Veranstaltungsräume seien mit 10 000 Besuchern seit Januar bereits gut genutzt, findet Weber. Derzeit werde eine Preisliste für die Vermietungen erarbeitet und ein Businessplan erstellt. „Wir haben Kosten, wollen aber keine horrenden Preise nehmen.“ Damit sich gemeinnützige Vereinen die Miete auch leisten können.

Stefan von Wangenheim (FDP) wunderte sich, dass Preislisten erst zwei Jahre nach Anmietung erarbeitet werden. Und Thomas Kirchner (CDU) merkte an, dass eigentlich erst Businesspläne erstellt und dann angemietet werden sollte. Die Stadtverordneten versicherten aber, hinter dem Projekt zu stehen. Jedoch sage die Anzahl der Veranstaltungen noch nichts über Akzeptanz und Attraktivität des Zentrums aus, solange die Miete kostenlos sei, sagte Kirchner. Wie die Entwicklung sein wird, wenn Miete bezahlt wird, kann Weber nicht sagen. „Aber wir wollen ja keine Preise, die Vereine abschrecken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare