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Akrobatik am Seil bei der Herbstrevue im Tigerpalast.
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Akrobatik am Seil bei der Herbstrevue im Tigerpalast.

Varieté

„Der Tigerpalast lebt“ - Frankfurter Instiution startet Herbstrevue

  • VonKatja Sturm
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Das Frankfurter Varieté „Tigerpalast“ ist eine lebendige Institution der Stadt. Corona-bedingt startet das neue Programm mit weniger Plätzen und höheren Preisen.

Frankfurt - Die Besetzung der Regierungsbank hat Johnny Klinke immer besonders viel Spaß gemacht. Politiker, die einander nicht leiden konnten, mussten dort bisweilen einen ganzen Premierenabend lang aneinanderkleben. Doch das Vergnügen gehört der Vergangenheit an. Um seinen Tigerpalast für die Wiedereröffnung nach 19 Monaten pandemiebedingter Pause den Vorgaben anzupassen, hat der Varieté-Direktor die gepolsterte Sitzgelegenheit an der Wand des Kellersaals entfernen lassen. Alles wirkt etwas luftiger, als der 71-Jährige am Dienstagnachmittag das Programm für die am 29. Oktober beginnende 33. Saison des Theaters der Presse vorstellt.

Statt 190 Gäste finden nur noch 132 Platz, wenn der frühere kasachische Kunstturner Darkan an Gummibändern unter der Decke schwebt oder das ungarisch-italienische Rollschuh-Duo Giurintano im Kreis herumwirbelt. Um trotzdem auf die eigenen Kosten zu kommen, wurden die Eintrittspreise laut Robert Mangold, dem Geschäftsführer der Tiger-Palmen GmbH in Frankfurt, „leicht erhöht“. 41 feste Mitarbeiter gibt es in der Spielstätte in der Heiligkreuzgasse, jeweils 25 Artisten und Musiker werden für die bis 2. April 2022 geplanten Shows engagiert. „Aus jeder Sparte haben wir die technisch Besten geholt“, betont Programmchefin Margareta Dillinger mit Blick auf die Jongleure und Akrobaten.

Tigerpalast in Frankfurt bekommt Corona-Hilfen von Bund und Land

Vor einem Jahr hatten sie und Klinke ein ähnlich attraktives Aufgebot angekündigt. Doch die Pläne, für die Winter- und Weihnachtsevents ins Gesellschaftshaus des Palmengartens auszuweichen, um die geltenden Abstandsregeln einzuhalten, mussten sie wegen des erneuten Lockdowns begraben. Den Künstlern zahlten sie trotzdem die Hälfte der ausgehandelten Gage. Der frühere 68er und Revolutionär Klinke selbst bekam für sein Unternehmen Corona-Hilfe von Bund und Land. Ein Sponsor kam dazu. Die Miete für das Areal in der City, das neben Theater, Restaurant und Büros elf Künstlerwohnungen umfasst, wurde dem Tigerpalast-Chef vom Eigentümer zu 60 Prozent erlassen. Mit Eigenmitteln, so Mangold, wurde das Stammkapital auf 500 000 Euro verdoppelt.

Stillstand gab es im Tigerpalast nie. Täglich hielten sich hier Körperkünstler fit und beweglich. „Ein Artist spürt es, wenn er nur einen Tag lang nichts macht“, sagt Dillinger. Das „Instrument“ muss geschmeidig gehalten, die Muskeln müssen gekräftigt werden. Für Bewegungsbegabte aus aller Welt blieb der Tigerpalast Anlaufpunkt, als temporäres Zuhause für Durchreisende oder jene, die nicht in ihre Heimat zurück konnten. Der junge Taiwanese und Diabolo-Spezialist Chu Chuan Ho kam für einen Impftermin. In Asien hätte er diesen noch lange nicht bekommen, aber ohne den Schutz könnte er nicht auftreten.

Das Vertrauen, das die Varieté-Macher in ihrer Szene genießen, müssten sie bei ihrem Publikum erst wieder zurückgewinnen, glaubt Klinke. Das werde vielleicht noch ein langer Weg. Aber man habe Lust darauf: „Der Tigerpalast lebt“. (Katja Sturm)

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