Im Hinterhof der Agentur für Arbeit zündete ein Mann eine Müllpresse mit Altpapier sowie Abfall an. Der brennende Müllcontainer beschädigte ein Baugerüst. Foto: Christoph Boeckheler
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Im Hinterhof der Agentur für Arbeit zündete ein Mann eine Müllpresse mit Altpapier sowie Abfall an. Der brennende Müllcontainer beschädigte ein Baugerüst. Foto: Christoph Boeckheler

Frankfurt-Innenstadt

Frankfurter Inenstadt: Flammentopf verfehlt sein Ziel

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Der Brandanschlag auf die Agentur für Arbeit am Montag ist glimpflich verlaufen. Polizei fahndet nach einem starken Mann mit schwarzer Kleidung.

Am Montagabend hat ein Mann gegen 21 Uhr versucht, die Agentur für Arbeit in der Fischerfeldstraße in Brand zu setzen. Dabei ging ein Müllcontainer auf dem Innenhof in Flammen auf. Auch ein Baugerüst ist betroffen. An dem Gebäude ist kein größerer Schaden entstanden. Der Molotowcocktail, den der Täter durch das Kellerfenster an der Rechneigrabenstraße geschleudert hatte, blieb folgenlos.

Wer der Mann ist und warum er einen Groll gegen die Agentur hegt, ist noch unklar. Zeugen hatten den Übeltäter angesprochen, daraufhin war er geflüchtet. Die Polizei fahndet nach einem 40 bis 50 Jahre alten, 1,80 bis 1,85 Meter großen Mitteleuropäer mit Bart und kräftiger, muskulöser Statur. Akzentfreies Deutsch habe er gesprochen und sei ganz in Schwarz gekleidet gewesen, beschreiben die Zeugen.

Verschwunden sei er auf einem schwarzen Mountainbike. Auffällig seien zudem seine schwarze Wollmütze und ein großer schwarzer Rucksack gewesen.

Bis zum Morgen haben auf Brände spezialisierte Ermittler der Kriminalpolizei den Tatort untersucht. In einem Gebüsch fanden sie weitere präparierte Molotowcocktails. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

Die Arbeitsagentur ist derweil froh, dass der Anschlag glimpflich abgelaufen ist. Wegen der Corona-Pandemie ist das Haus nicht für Besucher geöffnet. Manche Mitarbeiter sind im Homeoffice. Dennoch läuft der Betrieb auf Hochtouren. Wegen der vielen Fragen zu Kurzarbeit und Leistungen bei Arbeitsverlust hat die Agentur die Sprechzeiten ausgeweitet.

Die Geschäftsführung ist am Morgen nach dem Feuer durchs Haus gegangen, um die Reaktionen der Mitarbeiter auszuloten. Die seien alle gefasst, niemand habe Angst, zur Arbeit zu kommen, lässt die Geschäftsführung über Pressesprecherin Christina Funedda ausrichten. Zumal die Belegschaft in der Corona-Krise eher positive Rückmeldungen erhalte, von Bürgerinnen und Bürgern wie von Arbeitgebern.

Gleichwohl nähmen die Aggressionen gegen staatliche Institutionen zu, findet Oliver Strank (SPD), Vorsteher des Innenstadt-Ortsbeirats 1. Die Arbeitsagentur sei nicht zum ersten Mal Ziel von Vandalismus gewesen. Ein Brandanschlag sei allerdings eine neue Dimension, sagt er.

Hinweisenimmt die Polizei entgegen unter Telefon 069 / 75 51 01 00.

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