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Frankfurt: Luxus-Hotel „Villa Kennedy“ schließt

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Von: Ute Vetter

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Die Villa Kennedy hat schlossähnliche Züge.
Die Villa Kennedy hat schlossähnliche Züge. © christoph boeckheler*

Seit ihrer Eröffnung galt die Nobel-Herberge an der Kennedyallee als eines der führenden Hotels der Stadt.

Frankfurt - Zum 1. April schließt das Fünf-Sterne-Luxushotel „Villa Kennedy“ in Frankfurt-Sachsenhausen. Womöglich sollen dort noble Seniorenresidenzen entstehen. Das hatte der Eigentümer der teils denkmalgeschützten Immobilie schon vor einem Jahr angedeutet; Man habe angesichts der Corona-Krise einen „Plan B“. Nach dem Aus für das Grand-Hotel „Hessischer Hof“ Ende 2020, folgt nun das nächste hochpreisige Etablissement.

Die Schließung der „Villa Kennedy“, in der der Ex-Radprofi Jan Ullrich einmal festgenommen wurde, und viele Stars und das Jet-Set ein- und ausgingen, gab gestern (25.01.2022) Lena Tönnies, Direktorin von Waldburg PR (München) im Namen der Rocco Forte Hotels-Gruppe „mit Bedauern“ bekannt. Seit ihrer Eröffnung galt die Nobel-Herberge an der Kennedyallee mit ihren 127 Zimmern und 36 Suiten, Restaurants und Tagungsräumen als eines der führenden Hotels der Stadt.

„Villa Kennedy“ in Frankfurt zählt zu führenden Hotels in Deutschland

Dass die Corona-Krise eine Messe- und Tagungsstadt wie Frankfurt extrem hart trifft, weiß auch Tönnies. Und sagt: „Die gesamte Hotelbranche musste enorme Einbußen in Kauf nehmen, die sich natürlich auch auf die Bettenauslastung niedergeschlagen hat. Davon blieb auch die ,Villa Kennedy‘ nicht verschont.“ Doch der alleinige Grund der Schließung sei das nicht. „Die Entscheidung, das Haus künftig anderweitig zu nutzen, wurde von den neuen Eigentümern, die den Gebäudekomplex 2021 übernommen haben, getroffen“, betont Lena Tönnies. „Aus diesem Grund haben wir uns auf eine einvernehmliche Beendigung unseres Pachtvertrages geeinigt.“ Dabei war noch 2021 betont worden, dass es einen Pachtvertrag über 16 Jahre gebe.

Der seit 2006 bereits vierte Eigentümer, die Conren Land AG, ein inhabergeführter Investment-Spezialist, hatte Anfang 2021 die teils denkmalgeschützte Immobilie für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erworben. Und soll derzeit verschiedene Möglichkeiten zur Revitalisierung des Gebäudes prüfen lassen, wie Lena Tönnies gestern erklärte.

Hotel „Villa Kennedy“ in Frankfurt: Consulting-Unternehmen soll Seniorenresidenz-Plan prüfen

Wird also eine gehobene Seniorenresidenz entstehen? Das würde zur teils schlossartigen Immobilie passen. Dass für Conren ein Konzept erstellt wird, bestätigte gestern Daniel Gabel von Feldhoff & Cie., einem auf Immobilienwirtschaft spezialisierten Consulting-Unternehmen in Frankfurt. Man werde sich „Zeit nehmen“. Wann Ergebnisse vorliegen, könne man derzeit noch nicht sagen.

Doch was passiert mit den 130 Angestellten des Hotels „Villa Kennedy“? Lena Tönnies betonte gestern: „Als familiengeführtes Unternehmen ist Rocco Forte Hotels bestrebt, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Versetzung innerhalb der Gruppe zu ermöglichen und beim Übergang individuell behilflich zu sein.“ Es werde in erster Linie versucht, die Beschäftigten in andere Rocco Forte-Hotels zu vermitteln.

Darüber hinaus besteht die „Rocco Forte“-Gruppe in Deutschland aus dem „Hotel de Rome“ in Berlin und dem „The Charles Hotel“ in München, die laut Lena Tönnies „auch weiterhin erfolgreich betrieben werden“.

„Villa Kennedy“ in Frankfurt schließt: „Kein gutes Signal“

Thomas Feda, Chef der städtischen Tourismus und Congress GmbH Frankfurt (TCF) bedauert die Schließung der „Villa Kennedy“, wie er auf Anfrage erklärte. „Das Haus war ein Aushängeschild des Luxus-Segments in der Stadt“. Das Ganze sei vor allem für die Beschäftigten dramatisch. Doch sie könnten in der breit aufgestellten Hotellerie in Frankfurt aufgrund des hohen Fachkräftemangels sicher schnell neue Beschäftigungen finden.

Regelrecht bestürzt reagierte Kerstin Junghans, Geschäftsführerin der Dehoga-Geschäftsstelle Frankfurt/Rhein-Main: „Das ist kein gutes Signal für die Stadt, wenn so große Häuser schließen. Unsere Branche braucht dringend mittel- und langfristige Perspektiven.“ Die Überbrückungshilfen des Staates reichten nicht mehr aus. (Ute Vetter)

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