1. Startseite
  2. Frankfurt

Feldmann-Nachfolge in Frankfurt: Diese Kandidat:innen könnten für die Grünen antreten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Georg Leppert

Kommentare

Ferienzeit.
Die Grünen wollen das OB-Büro im Römer einnehmen © Oeser

Wer folgt auf Peter Feldmann? Die Frankfurter Grünen wollen eine Findungskommission einsetzen, die eine Kandidatin oder einen Kandidaten sucht.

Frankfurt - In diesen Tagen werden eine Menge Namen gehandelt bei den Grünen. Wer tritt für die Partei, die zuletzt regelmäßig die Wahlen in Frankfurt gewonnen hat, bei der OB-Wahl an. Gehandelt werden Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner, Kämmerer Bastian Bergerhoff, Bundesvorsitzender Omid Nouripour und nun auch Manuela Rottmann, die von 2006 bis 2012 Umweltdezernentin war und mittlerweile im Bundestag sitzt.

Dabei steht noch gar nicht fest, wann ein neues Stadtoberhaupt gewählt wird. Sollte Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) am 6. November abgewählt werden, stünde die OB-Wahl im Frühling 2023 an – ansonsten ein Jahr später.

Wie der Kandidat oder die Kandidatin gefunden wird, darüber wollten die Grünen am Freitag bei einer Mitgliederversammlung beraten. Geplant ist eine Findungskommission, der neben Parteichefin Julia Frank Vertreterinnen aus Magistrat (Anna Grundel), Fraktion (Martina Düwel) und Grüne Jugend (Leah Luwisch) sowie drei Mitglieder der Basis angehören sollen. Die Gruppe soll in den nächsten Wochen die Gespräche mit Kandidat:innen führen und dann einen Favoriten oder eine Favoritin benennen.

Die aussichtsreichen Kandidatinnen und Kandidaten im Überblick.

Grünen-Kandidat:innen für die mögliche OB-Wahl in Frankfurt: Manuela Rottmann

Was spricht für sie: Die 50-Jährige hat als Dezernentin für Umwelt und Gesundheit in Frankfurt einen sehr guten Job gemacht. Auch zehn Jahre nach ihrem Umzug in die fränkische Heimat ist sie bei den Frankfurter Grünen beliebt und geschätzt. Im Bundestag hat sie weitere politische Erfahrungen gesammelt.

Manuela Rotmann (Grüne) (Mitte) wird Staats- sekretärin im Landwirtschaftsministerium.
Manuela Rottmann. © Alex Kraus

Was spricht gegen sie: Die meisten Wählerinnen und Wähler in Frankfurt kennen Rottmann nicht mehr. Sollte tatsächlich im Frühling nächsten Jahres gewählt werden, wäre das ein Problem. Um eine weitgehend unbekannte Kandidatin populär zu machen, fehlt dann womöglich die Zeit. Hinzu kommt: Manche Grüne, die sich seit Jahren und Jahrzehnten in der Kommunalpolitik abrackern, könnten eine Bewerbung von außerhalb skeptisch sehen.

Grünen-Kandidat:innen für die mögliche OB-Wahl in Frankfurt: Omid Nouripour

Was spricht für ihn: Er würde gewinnen. Der Bundesvorsitzende der Grünen, der zuletzt das Direktmandat in einem der beiden Frankfurter Wahlkreise holte, ist derart populär, dass es im Römer schon heißt: „Wenn Omid kandidiert, brauchen die anderen Parteien niemanden aufzustellen.“

Grünen-Bundesvorsitzender auf Sommertour
Omid Nouripour. © Bernd Wüstneck/dpa

Was spricht gegen ihn: Will er wirklich OB werden? Nouripour ist Experte für Außenpolitik, wurde gar als Minister gehandelt, kommt allerdings auf absehbare Zeit nicht an Annalena Baerbock vorbei. Und: Nouripour ist ein Mann. Gut möglich, dass die Frankfurter Grünen sich dafür entscheiden, in jedem Fall eine Frau aufzustellen. Gerade jetzt, wo sie endlich die realistische Chance sehen, die OB-Wahl zu gewinnen.

Grünen-Kandidat:innen für die mögliche OB-Wahl in Frankfurt: Hilime Arslaner

Was spricht für sie: Sie ist als Stadtverordnetenvorsteherin bekannt und leistet in turbulenten Zeiten (ständiger Streit mit Oberbürgermeister Peter Feldmann) gute Arbeit. Manchmal tritt sie sehr schroff auf – was nichts daran ändert, dass sie gut repräsentieren kann. Geboren ist sie in der Türkei. Es ist Zeit für eine Migrantin als Oberbürgermeisterin, könnten viele Wählerinnen und Wähler und vor allem die Basis der Grünen denken.

Die erste Stadtverordnetenvorsteherin in Frankfurt mit Migrationshintergrund: Hilime Arslaner.
Hilime Arslaner. © Renate Hoyer

Was spricht gegen sie: Hilime Arslaner spricht Klartext – auch bei Mitgliederversammlungen der Grünen. Damit hat sie sich nicht nur Freund:innen gemacht. Zudem ist der Posten als Stadtverordnetenvorsteherin ihr erster politischer Job mit großer Verantwortung.

Grünen-Kandidat:innen für die mögliche OB-Wahl in Frankfurt: Bastian Bergerhoff

Was spricht für ihn: Wenn sich einer in den vergangenen Jahren um die Grünen verdient gemacht hat, dann Bergerhoff. Er war viele Jahre Vorsitzender der Partei und ein sehr guter Moderator bei Problemen innerhalb der Partei. Ist als Kämmerer derzeit gefordert, wie kaum jemand sonst im Magistrat. Stellt die finanzielle Lage unaufgeregt dar, wirkt wie ein ruhender Pol.

Kandidiert er? Oder nicht?
Bastian Bergerhoff. © Renate Hoyer

Was spricht gegen ihn: fehlende Motivation. Zur FR sagte er: „Ich beschäftige mich nicht mit dem Gedanken, Oberbürgermeister zu werden.“ Das finden manche schade. Gut möglich also, dass er noch öfter gefragt wird. Die Lust am Streiten, die man als OB auch mal braucht, lässt er im Umgang mit seinen Kolleg:innen im Magistrat vermissen. Und er ist ein Mann.

Grünen-Kandidat:innen für die mögliche OB-Wahl in Frankfurt: Nargess Eskandari-Grünberg

Was spricht für sie: Nargess Eskandari-Grünberg ist Bürgermeisterin. Sie vertritt Peter Feldmann ohnehin ständig. „NEG“ ist lange dabei, hatte viele wichtige Posten und hat sich um Integrationspolitik sehr verdient gemacht. Ihre eigene Migrationsgeschichte erzählte sie dabei oft und gerne. Die Grünen müssten sie nicht mehr besonders bekannt machen.

Narges Eskandari-Grünberg setzt sich für die Rechte von queeren Menschen ein.
Narges Eskandari-Grünberg. © Monika Müller

Was spricht gegen sie: ihr Abschneiden bei der OB-Wahl 2018. Die 9,3 Prozent waren für die Grünen eine herbe Enttäuschung. Das Ergebnis hatte auch mit ihrem Auftreten im Wahlkampf zu tun. Wenn es darum ging, was sie plant, wurde sie viel zu selten konkret. Es fiel (und fällt) zudem schwer, sich Eskandari bei bodenständigen Stadtteilfesten und fröhlichen Abenden im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr vorzustellen. (Georg Leppert)

Auch interessant

Kommentare