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Bastian Bergerhoff soll männlicher Spitzenkandidat der Grünen werden.

Kommunalwahl

Frankfurter Grüne stellen sich auf

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Martina Feldmayer und Bastian Bergerhoff sollen auf den beiden Spitzenplätzen der Frankfurter Grünen kandidieren. Für den Wahlkampf wäre Feldmayers Kandidatur eine klares Signal.

Eines sagt der Kreisvorsitzende der Frankfurter Grünen, Bastian Bergerhoff, gleich zu Beginn des Gesprächs mit der FR: „Es gibt keinen Krieg bei den Grünen.“ Und wenig später antwortet Fraktionschef Sebastian Popp auf die identische Frage der FR: „Ich bin überhaupt nicht sauer, ich finde Bastian Bergerhoff richtig gut.“ Ein parteiinterner Streit wie vor zwei Jahren, als es um den Posten des Fraktionsvorsitzes ging, droht bei der Aufstellung der Liste der Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl also nicht.

Anführen soll diese Liste Martina Feldmayer. Die Landtagsabgeordnete, die bereits von 2006 bis 2012 im Römer saß, gab ebenso wie Bergerhoff ihre Kandidatur am Donnerstag bekannt. Bergerhoff möchte sich bei der Listenaufstellung von den Frankfurter Grünen auf Platz zwei wählen lassen – damit wäre er männlicher Spitzenkandidat. Bis jetzt galt Fraktionschef Popp als Favorit für diesen Job. Popp plant beim Parteitag Mitte November nun eine Kandidatur für Listenplatz vier.

Fraktionvorsitzender könnte Popp dennoch bleiben, das Amt ist nicht an die Spitzenkandidatur geknüpft. Für eine Doppelspitze müsste er sich aber eine neue Partnerin suchen. Die bisherige Fraktionschefin Jessica Purkhardt tritt bei der Kommunalwahl nicht mehr an. Die Journalistin plant, sich in den kommenden Jahren häufig im Ausland aufzuhalten.

Sollten die Grünen Martina Feldmayer zur Spitzenkandidatin wählen (wovon auszugehen ist), wäre das ein klares Signal für den Wahlkampf. Sie ist umweltpolitische Sprecherin im Landtag. „Trotz Corona bewegt die Klima- und Umweltpolitik die Menschen sehr“, sagt sie. Folglich dürfte das Thema bei den Veranstaltungen bis zur Wahl am 14. März absolut im Mittelpunkt stehen.

Während Feldmayer seit 20 Jahren in politischen Gremien arbeitet, wird die Stadtverordnetenversammlung für Bergerhoff Neuland sein. Er führt aber seit zehn Jahren den Kreisverband und bereitete viele Wahlkämpfe vor. Für das Programm, das die Grünen Anfang November beschließen wollen, verspricht er außer dem überragenden Thema Klimaschutz auch Aussagen zur Verkehrswende, zum Kampf gegen Rassismus und Sexismus, zur Sozialpolitik und auch zur Wohnungspolitik.

In den sozialen Medien gab es am Donnerstag viel Zuspruch für Feldmayer und Bergerhoff. Der SPD-Politiker Gregor Amann konnte sich eine Spitze jedoch nicht verkneifen. „Gut zu sehen, dass das Thema Verjüngung und Generationenwechsel angekommen ist“, schrieb er. Feldmayer ist 55, Bergerhoff 52 Jahre alt.

Martina Feldmayer plant eine Kandidatur auf dem ersten Listenplatz.

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