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Zu Beginn des Abends fiel der Jubel bei den Grünen noch verhalten aus. Das änderte sich.
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Zu Beginn des Abends fiel der Jubel bei den Grünen noch verhalten aus. Das änderte sich.

„Unglaublicher Wahlkampf“

Bundestagswahl in Frankfurt: Grüne jubeln bei Pizza und Handkäs-Salat

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Die Grünen sind stärkste Kraft in Frankfurt – und vergessen kurzzeitig das durchwachsene Ergebnis auf Bundesebene.

Frankfurt - Von Stunde zu Stunde, später sogar von Minute zu Minute wurde sie besser, die Stimmung bei den Frankfurter Grünen. Und als die Wahlparty der Partei im Club Familie Montez an der Osthafenbrücke endete, da waren fast alle Mandatsträger glücklich.

Um Punkt 18 Uhr herrschte im Sitzungssaal der Grünen im Frankfurter Römer eine „durchwachsene Stimmung“, wie sich Direktkandidat Omid Nouripour ausdrückte. Die 15 Prozent, die die ARD der Partei in ihrer Prognose vorhersagte, waren weniger, als die meisten Grünen erhofft hatten. „Kein Grund für Euphorie“, sagte Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg.

Bundestagswahl 2021: Viele Grüne hatten sich mehr erhofft

Für Daniel Frank, der gemeinsam mit Julia Frank die Partei in Frankfurt anführt, war das Glas trotzdem schon am frühen Abend eher halbvoll als halbleer. Nie zuvor hätten die Grünen auf Bundesebene derart stark abgeschnitten, stellte er fest. Und: Deborah Düring zieht über die Landesliste in den Bundestag ein. Der Applaus für die 27-Jährige fiel entsprechend laut aus.

Und dennoch: Viele Grüne hatten sich mehr erhofft, lag die Partei doch vor Monaten noch in den Umfragen ganz vorne.

Die Laune von Parteispitze, Dezernent:innen, Stadtverordneten, Ortsbeiräten und Mitgliedern ohne Mandat besserte sich, als die Frankfurter Zahlen belastbar wurden. Zunächst zeigte sich, dass Omid Nouripour den Wahlkreis 183 gewonnen hatte. Zwar war klar, dass der außenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag über die Landesliste wieder ins Parlament einziehen würde. Doch als „Frankfurter Bub“ im vierten Versuch auch endlich den Wahlkreis 183 zu gewinnen, bedeutete ihm extrem viel. „Wenn das klappt, schließe ich mich erst einmal ein und weine“, hatte Nouripour noch am Samstag vor der Wahl gesagt. Doch bei der gut besuchten Party, auf der die Grüne Jugend fürs Musikprogramm sorgte und Handkäs-Salat und Pizza gegessen wurde, gab es keinen Ort zum Einschließen.

Um 21 Uhr gab es dann in Frankfurt auch die Wende bei den Zweitstimmen. Zunächst hatte die SPD vorne gelegen, dann zogen die Grünen vorbei. Gerade in den innenstadtnahen Stadtteilen siegte die Partei. Damit gewannen die Frankfurter Grünen vier Wahlen in Folge: die Landtagswahl 2018, die Europawahl 2019, die Kommunalwahl im März dieses Jahres und jetzt die Bundestagswahl 2021.

Julia Frank sprach dann auch von einem „vollen Erfolg“ und einem „sehr starken Ergebnis“. Und Omid Nouripour dankte den Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer überschwänglich: „Das war ein unglaublicher Wahlkampf, so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Bundestagswahl 2021: Was machen die Grünen – Jamaika oder Ampel?

Bei dem ganzen Jubel über das Frankfurter Ergebnis wurde aber auch darüber diskutiert, was die Grünen auf Bundesebene mit dem Resultat nun anfangen sollen.

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Auf jeden Fall sollte die Partei eine Regierungsbeteiligung anstreben, befand Eskandari-Grünberg. Aber mit wem? Als Teil einer Jamaika-Koalition oder in einer Ampel? „Das ist schwierig“, sagte Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner. Und Daniel Frank hörte sich ein wenig an wie im Wahlkampf: „Ich erwarte, dass wir möglichst viele Inhalte der Grünen durchsetzen können.“ (Georg Leppert)

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