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Auch bei Regen geht der Kampf um Klimagerechtigkeit für die Fridays for Future weiter. 

Fridays for Future Frankfurt

Frankfurter Fridays for Future: Zum Geburtstag ’ne Demo

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Seit einem Jahr demonstrieren die Fridays for Future in Frankfurt für Klimagerechtigkeit. Am ersten Geburtstag gab es einen Kuchen, aber viel zu feiern gibt es noch nicht.

Trotz Regens ließen sich die Frankfurter Aktivisten von Fridays for Future nicht ihren ersten Geburtstag vermiesen. Gut ein Jahr ist es her, dass die ersten Schüler in der Stadt für das Klima auf die Straße gegangen sind. Wie es sich für einen Geburtstag gehört, gab es natürlich auch einen Kuchen. Mit Zuckerguss und dem Schriftzug „Happy Birthday“ – und natürlich vegan.

Doch bevor es ans Vertilgen ging, demonstrierten die knapp 100 Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen für einen Wandel in der Klimapolitik. Einer der Teilnehmer mit Namen Nico erklärte, dass man seit 52 Wochen auf die Straße gehe. „Andere wollen die Welt zurückentwickeln, aber wir werden sie weiterentwickeln.“ Er habe genug von der Alibipolitik der Bundesregierung und er sei es auch leid als ungebildet bezeichnet zu werden.

„Die Politik ignoriert uns“, sagte Nico. Er ermunterte die Teilnehmenden die ganze Woche über mutig zu sein und nicht nur an den Freitagen. An die Kritiker der Bewegung gewandt, sagte er, dass das Finden einer gesellschaftsgerechten Lösung Aufgabe der Politik und nicht der Schüler sei.

Nach der Ansprache setzte sich der Protestzug in Bewegung. Mit einer Mischung aus Schirmen, Fahnen und Transparenten zogen die Teilnehmenden von der Bockenheimer Warte zum Opernplatz. Unterwegs wurde gesungen und gerufen. Einige hatten ihre Schilder an die Weihnachtszeit angepasst: „Advent, Advent, die Erde brennt“ oder auch „Advent, Advent, die Regierung pennt“. Eigentlich sollte unterwegs auch getanzt werden, doch so wirklich ließ sich niemand dazu hinreißen. Sich singend und tanzend durch den Regen zu bewegen, ist eben doch nur etwas für Gene Kelly.

Am Endpunkt der Demo, einem der beiden Schalenbrunnen neben der Alten Oper, wurde dann doch noch getanzt. Um sich aufzuwärmen, starteten die Aktivisten eine Polonaise. So richtig nach Feiern zumute war wohl kaum einem, auch weil die Proteste noch immer nicht zu einem wirklichen Durchbruch auf politischer Ebene geführt haben.

„Man hat nach einem Jahr gemischte Gefühle“, sagte Dominik Ullrich von den Fridays for Future. Er sei durchaus ein bisschen frustriert, weil politisch bisher nicht viel passiert sei. „Die Regierung hatte nur leere Worte für uns, aber die Taten fehlen.“ Auch der Frankfurter Klimanotstand stocke, weil sich die Parteien im Römer lieber in Kleinkriegen verzettelten.

Auf der anderen Seite hätten ihm der 20. September und der 29. November gezeigt, wie viele Menschen hinter den Forderungen stehen. Man sei laut und wütend auf die Straße gegangen. „Das wiegt die negativen Gefühle auf. Es war zwei Mal ein unbeschreibliches Gefühl.“ Dann schiebt Ullrich noch hinterher: „Wir geben nicht auf. Wir hören erst auf, wenn die Politik wirklich handelt.“

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