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FEins von vielen Projekten der Frauenträger: Teilnehmerinnen des Angebots Mia lernen Deutsch. m. müller
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FEins von vielen Projekten der Frauenträger: Teilnehmerinnen des Angebots Mia lernen Deutsch. m. müller

Initiative

Frankfurter Frauenträger: Frauen sind die Verliererinnen der Krise

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Frauenorganisationen in Frankfurt sehen die Chancengleichheit auf einem prekären Niveau. Um die Frauen weiterhin unterstützen zu können, fordern sie, das Budget dürfe nicht gekürzt werden.

Frauen sind die Verliererinnen der Corona-Pandemie – da sind sich die Vertreterinnen der Initiative Frankfurter Frauenträger einig. Strukturelle Einschnitte wie fehlende Kinderbetreuung, Homeschooling, Homeoffice und Care-Arbeit beträfen vor allem Frauen.

„Systemrelevante, schlecht bezahlte Berufe werden überwiegend von Frauen ausgeübt, Kurzarbeit und reduzierte Arbeitszeiten führen zu Altersarmut“, so die Vertreterinnen der Frauenträger, die zu dem Schluss kommen: Die Chancengleichheit war nach über 30 Jahren Engagement nie so prekär wie heute, es gibt einen Roll back, der die Frauen voll trifft.

Angesichts dessen haben sich fünf Frauenorganisationen zur Initiative Frankfurter Frauenträger (IFF) zusammengeschlossen. Sie kämpfen für den Erhalt arbeitsmarktbezogener Qualifizierungs- und Beratungsangebote für Frauen und Mädchen mit und ohne Migrationserfahrung. Gemeinsam wollen sie verhindern, dass die Pandemie Frauen wieder verstärkt in eine veraltete Rolle drängt. Zur Initiative gehören jumpp, Infrau, beramí, Faprik und VbFF.

In Anbetracht der zu erwartenden Lücken in den städtischen Etats befürchtet die Initiative, dass Angebote für Frauen und Mädchen von Kürzungen bedroht sind. Dabei werde die Unterstützungskultur, die die Frauenträger bieten, in der Krise noch einmal mehr gebraucht. „Wir sind für die Frauen da“, sagt Kerstin Einecke von VbFF. In den Institutionen wie dem Jobcenter oder dem Jugendamt seien persönliche Ansprachen im Moment nicht gewährleistet. Die Frauenträger hingegen hätten zwar auch viele Online-Angebote, hielten aber auch den persönlichen Kontakt zu den Frauen. Dafür fänden Beratungen auch mal abends um 21 Uhr statt, wenn die Kinder im Bett sind, oder man treffe sich in der Mittagspause zum Spaziergang. So könne man sicherstellen, dass die Hilfesuchenden trotz der vorhandenen Beschränkungen aufgefangen und begleitet werden, der gesellschaftliche Kollaps noch aufgehalten werden kann.

Dabei geht es auch um Vereinsamung und psychische Auswirkungen in Anbetracht der Pandemie. „Um größeres seelisches Leid und Isolation zu vermeiden, muss gerade jetzt Stabilität in den Unterstützungs- und Hilfsangeboten geschaffen werden, sonst werden die Nachwirkungen dieser Krise noch lange spürbar sein“, so die Bilanz der Vertreterinnen der IFF.

Die Beratungsanfragen seien in den vergangenen Monaten extrem gestiegen. „In der Pandemie wird von uns wesentlich mehr Leistung für das gleiche Geld gefordert, was sowohl unsere Kundinnen als auch uns selbst an die Grenzen des Möglichen bringt“, sagt Christiane Stapp-Osterod von jumpp. Die Sorge ist, dass durch die befürchtenden Kürzungen entscheidende Strukturen wegfallen. Deshalb will die IFF nicht nur auf Mehrfachdiskriminierung von Mädchen und Frauen hinweisen, sondern sucht auch das Gespräch zu Vertreter:innen der Stadt. Sie fordert, dass auch über das Haushaltsjahr 2021 hinaus Fördermittel nicht gekürzt werden.

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