Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Am Frankfurter Flughafen boomt einzig das Cargogeschäft.
+
Am Frankfurter Flughafen boomt einzig das Cargogeschäft.

Frankfurt

Frankfurter Flughafen: Keine Kündigungen bei Fraport

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
    schließen

Ein Notlagentarifvertrag soll bis 2023 die verbliebenen Stellen sichern. Kurzarbeit wird verlängert.

Kurzarbeit bis zum Jahresende, gefolgt von einem Notlagentarifvertrag bis zum Jahr 2023 mit Lohneinbußen. Das soll betriebsbedingte Kündigungen bei der Flughafenbetreiberin Fraport und deren Tochter Fraground verhindern, sagte Christoph Miemietz von der Gewerkschaft Verdi der Frankfurter Rundschau. Das vom Bund in Aussicht gestellte Finanzpaket weckt in ihm dagegen keine große Hoffnung. „Es werden keine Riesensummen sein, die uns aus der Patsche helfen können.“

400 Millionen Euro hat der Bund den zwölf größeren deutschen Flughäfen in Aussicht gestellt. „Dieses Geld dient als Ausgleich der Kosten, die den Flughäfen durch die Aufrechterhaltung ihrer Betriebspflicht entstanden sind“, sagte der Sprecher des hessischen Verkehrsministeriums, Wolfgang Harms. Ein Zusammenhang mit Investitionen – etwa dem Bau des dritten Terminals - bestehe nicht. Die Hilfen sind an Bedingungen geknüpft: Die Empfänger dürfen für 2020 keine Dividende und keine Boni zahlen, und die Länder müssen die Hälfte der Summe tragen: „Die hessische Landesregierung hat sich bereits zur Co-Finanzierung bereiterklärt.“

Bilanz

Im Januar zählte der Flughafen Frankfurt 882 869 Fluggäste - 81 Prozent weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Das Cargo-Aufkommen stieg um 18,1 Prozent auf 176 266 Tonnen - der zweithöchsten Wert in einem Januar.

Die Zahl der Flugbewegungen ging mit 13 196 Starts und Landungen um 63,7 Prozent zurück. jur

Wie viel Geld Fraport zu erwarten hat, ist dort noch nicht bekannt, sagte Konzernsprecher Dieter Hulick. Gedacht sei es als Ausgleich dafür, dass der Flughafenbetrieb im Lockdown aufrechterhalten wird, damit systemrelevante Güter“ ins Land kommen können, sagt auch er. Das führe zu „Vorhaltekosten“. Fraport verzeichnet einen massiven Einbruch bei den Fluggastzahlen. Einzig der Cargobereich boomt. Mangels ausreichender Zulademöglichkeiten in den Bäuchen der Passagiermaschinen erfolgt das Gros des Gütertransports jetzt durch Frachtmaschinen.

Der Bedarf an Personal ist dennoch stark gesunken. Bis zu 18 000 Beschäftigte sind seit März vergangenen Jahres in Kurzarbeit, sagte Hulick. Eine Verlängerung wurde am 11. Februar vereinbart. „Die Gehaltseinbußen bei Kurzarbeit betragen aktuell zwischen fünf und 20 Prozent des Nettolohns“, sagt Gewerkschafter Miemietz. Dem Fraport-Sprecher Hulick zufolge sind 1300 Vollzeitstellen abgebaut worden durch natürliche Fluktuation und das Auslaufen von Zeitverträgen. Weitere 800 Beschäftigte würden bis Jahresende mit „individuellen Vereinbarungen“ den Konzern verlassen. Über das „Freiwilligenprogramm“ mit Abfindungen oder Altersteilzeitregelungen schmilzt die Belegschaft bis zum Sommer um weitere 1600 Köpfe. Damit soll dann das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

Der Notlagentarifvertrag für den Mutterkonzern schließt betriebsbedingte Kündigungen bis zum Jahr 2023 aus. Auf der anderen Seite steht der Verzicht auf Leistungsboni, eine Arbeitszeitverkürzung um sechs Prozent ohne Lohnausgleich, die Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst werden nach hinten verschoben, sagt Miemietz. Eine „Ausstiegsklausel“ gebe es auch: Sollten die Fluggastzahlen des Jahres 2022 unter 40 Prozent oder über 75 Prozent derer des Jahres 2019 liegen, gibt es neue Verhandlungen. Noch nicht unterschrieben ist der Notlagentarifvertrag für die verbliebenen 3000 Fraground-Beschäftigten; 1400 mussten nach Ablauf ihres Zeitvertrags gehen. Die Konditionen entsprechen denen des Mutterkonzerns – nur ohne Verkürzung der Arbeitszeit.

„Das ist ein guter Kompromiss“, urteilt der Gewerkschafter. Nach aktuellem Stand sei der Arbeitsplatzabbau sozialverträglich erfolgt. Anders sehe es wohl bei den vielen kleinen Subunternehmen am Flughafen aus. „Das sind so viele, da blickt man ja nicht mehr durch.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare